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Toastbrot

Von bescheidenem Intelligenzquotient

Das gute alte Bohnenstroh hat Konkurrenz bekommen: Exorbitant unklugen Menschen wird dieser Tage nachgesagt, sie seien "dumm wie Toastbrot". Ein rätselhaft-ungerechter Ausdruck, dessen tiefere Bedeutung sich dem Chronisten nicht erschließt: Es mag ja zutreffen, dass der Intelligenzquotient des Toastbrots bescheiden ist, doch auch das Fruchtjoghurt, der Basmatireis, das Döner Kebab oder das Salzstangerl zeichnen sich nicht durch nobelpreiswürdige Geistigkeit aus.

Warum wird also just das arme Toastbrot zum Vergleich mit intellektuellen Minderleistern herangezogen? Apropos: Dem Engländer erscheint der Felsen, der Türknopf oder ein Sack Hämmer als besonders töricht ("dumb as a rock, as a door knob, as a sack of hammers"); bei den Franzosen sind es der Koffer, der Besen oder der Autoreifen ("con comme une valise, un balai, un pneu")

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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