In mir

14. November 2006, 13:48

Großaufmarsch im Innenleben

Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, und vielleicht sind es sogar drei, vier oder noch mehr. Um diesen Sachverhalt sprachlich dingfest zu machen, gibt es die Formulierung "in mir". Ihr Chronist hat unter dem Stichwort "in mir" ein wenig bei Google herumgestöbert und ist dabei auf einige Bestandteile gestoßen, die offenbar in mehr als einer Seele prototypisch vorhanden sind. Weit verbreitet ist natürlich "das Kind in mir" - körperlich haben wir das Kind hinter uns gelassen, in der Psyche lebt es weiter.

Sehr häufig gibt es "das Tier in mir", wobei hier gerne weiter differenziert wird. Berichtet wird von der "Katze in mir", dem "Hund in mir", dem "Stier in mir" (Vorsicht: Nicht provozieren!), der "Schlange in mir" sowie dem meist als problematisch empfundenen "Schwein in mir" oder auch dem "Schweinehund in mir". Es gibt den "Kämpfer in mir", den "Killer" und den "Mörder in mir", aber zum Glück auch den "Engel in mir", der zur Zurückhaltung aufruft. Für den Fall, dass die p.t. Leser einmal in sich hineinhören und mitteilen wollen, was in ihnen säuselt, schäumt oder rumort: Postings sind wie immer herzlich erwünscht.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.