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B'hofen

Buchstabenballast, elegant entsorgt

Schlagzeile am Montag, den 8. Jänner, auf dem Titelblatt von "Österreich" (nein, nicht dem Land, das hat doch kein Titelblatt, sondern auf der Fellner-Zeitung): "Schlierenzauer siegt in B’hofen". Gut geschrieben – und vor allem: Gut abgekürzt! Mit B’hofen ist, so glaube ich, Bischofshofen gemeint – eine genial ökonomische Lösung, mit der das überschüssige "ischofs" schlankweg durch einen Platz sparenden Apostroph ersetzt wird.

Als Redakteur, der selbst häufig vor dem Problem steht, lange geografische Bezeichnungen wie "Tschetschenien" oder "Dominikanische Republik" in das Prokrustesbett eines ein- oder zweispaltigen Titels hineinklemmen zu müssen, habe ich vollstes Verständnis für den Trick des Kollegen. In diese Richtung sollte großzügig weitergedacht werden: Die Hauptstadt von N’a heißt P’g, Inns’ck liegt mitten im T’l; W’n, W’n, nur Du allein. Möglicherweise fallen ja auch den p.t. Lesern noch andere Varianten zum eleganten Abbau von störendem Buchstabenballast ein.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
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