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Schi ab

Aus der alpinen Lebenswelt

Ein Kollege des Chronisten hat unlängst die interessante Formulierung "Jetzt ist aber der Schi ab!" verwendet. So, wie ich das verstanden habe, handelt es sich um eine charmante tirolerische Variante von "Jetzt ist es aber genug", "Jetzt reicht’s aber", "Jetzt schlägt’s aber dreizehn" usw.

Hübsch, wie hier ein Accessoire aus der alpinen Lebenswelt – der Schi - herangezogen wird, um einem Zustand des massiven Ärgers sprachlich Ausdruck zu geben. Auch ist der Vergleich treffend gewählt: Das Abbrechen eines Schis ist in der Regel nichts, was den Schifahrer mit heißen Glücksgefühlen erfüllt (soll gottlob bei Plexiglasschis seltener vorkommen als bei den alten Holzbretteln). Nicht verbürgt sind andere regionale Varianten wie "Jetzt ist aber die Liane ab" (Regenwald), "Jetzt ist aber das Baguette ab" (Frankreich) etc., aber womöglich belehren mich die p.t. Leser eines Besseren.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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