, Redaktion

Brutal

Ein Steigerungsadverb im Tirolischen

Aus einem Interview von "Österreich" (der Zeitung, nicht dem Land) mit der frisch gebackenen Starmania-Siegerin Nadine Beiler: "Österreich: Wie fühlt man sich als frisch gebackene Starmania-Siegerin? Nadine: Brutal gut". (...) Österreich: Kleiner Wermutstropfen: Die Karriere der beiden (früheren Gewinner) ist nach dem Sieg schnell im Sand verlaufen. Angst vor dem Absturz? Nadine: Im Gegenteil. (...) Ich bin brutal ehrgeizig und werde alles dafür tun, dass ich es im Popbusiness schaffe." (...)

Ich habe mit Interesse wahrgenommen, dass das Wort "brutal" im Tirolerischen offenbar immer noch fröhliche Urständ als Steigerungsadverb feiert, während Jugendliche anderswo (wie hier in Wien zum Beispiel) gewiss nicht "Brutal gut" sagen würden, sondern "urgut" und auch nicht "brutal ehrgeizig", sondern "urehrgeizig". Möglicherweise können mir ja die p.t. Leser ein paar Tipps geben, in welchen geografischen Breiten "brutal" noch in diesem Sinn verwendet wird, oder welche Wörter sie an seiner Stelle vorziehen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.
Mehr zum Thema Winders Wörterbuch zur Gegenwart