, Redaktion

Anbraten

Man spürt den Frühling

Herr R. U. schreibt mir: „Sehr geehrter Herr Winder! Ich erlaube mir, Ihnen wieder einige Wörter anzubieten, diesmal aus den Untiefen der zwischenmenschlichen Beziehungen (man spürt den Frühling): ,Abschleppen’ ist nicht nur Kraftfahrzeugen vorbehalten; unter Einwirkung spezieller Hormone kann auch das Objekt der Begierde zu einem anderen Ort verbracht werden - meist mit dem Vorhaben der späteren Kopulation. Das mehr oder minder raffinierte Liebeswerben davor wird auch ,anmachen’ (eben nicht nur Salate), ,anbraten’ (eben nicht nur Speisen) oder ,anbaggern’ (da fällt mir nix ein) genannt. Mit freundlichen Grüßen, R. U.“ Herzlichen Dank für den Tipp! Eine Frage, die sich hier erhebt, ist die nach der geografischen Verbreitung von baggern, braten und machen. Ich wage die These, dass wir es beim „anbraten“ mit einer klassischen ostösterreichische Vokabel zu tun haben, während das „anmachen“ ebenso klassisch norddeutsch ist. Aber das Anbaggern? Leser aus österreichischen, deutschen und sonstigen Landen: Bitte um Aufklärung, wie ihr es mit dem Braten und Baggern haltet.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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