By James

17. April 2007, 15:15

Beim Wirten ums Eck

Wer sich entschließt, Wirt zu werden (fressen und saufen wollen die Leut’ schließlich immer), der steht irgendwann vor dem Problem, sein Beisl, Pub oder Haubenrestaurant auch benamsen zu müssen. Da stehen dann die alten Standards zur Wahl (Zur Traube, Zum Kreuz, Zum Hirschen, Burgenländer Eck, Hexenstüberl usf.), oder man gibt sich einen etwas moderneren Anstrich (Vertigo, Banyan, Green Way Golab, Iguana usf.; alle Beispiele aus dem immer wieder nützlichen Büchlein "Wien, wie es isst..." aus dem Falter Verlag.)

Gut hat mir auch gefallen, wie ein Wirtshausbetreiber am Wiener Urban-Loritz-Platz vorgegangen ist: Der hat nämlich sein Pub (wohl nach dem Muster "Beim Franz", "Beim Wickerl" ) kurzerhand "By James" getauft. Vielleicht nicht ganz stilsicher, aber die feine englische Art erkennt man doch irgendwie.

Auch sonst gibt es in Wien noch etliche Gastgewerbsbetriebe, deren Namen es an Originalität nicht mangelt. Ich nenne nur das Schurkenbeisl, den Wurzelsepp, den Blunzenstricker, das Brummbärli, den Futtergarten, den Dornröschen-Keller, das Maschu Maschu, das Yamo Yamo, das Pippifein und die Wäscherei. Sehr schön auch: "I love Pizza", "Hubertus Stadl zum Thaifrosch", das "Cafe Restaurant zum Erdäpfel", das "Cafe Rama", der "Käpt’n Otto" sowie das "Absurd" im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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