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Ein Loch

Ressentiment bei den unteren Ständen

Auch ein Loch, aber ein schwarzes: irgendwo in der Perseus Galaxie

foto: reuters/ho/nasa
foto: reuters/ho/nasa

Es gibt reiche Leute, sehr reiche Leute und unglaublich reiche Leute, den Herrn Gates etwa, Herrn Abramowitsch oder Herrn Deripaska: Sie wissen schon, die, die in jeder Stunde (oder Minute oder Sekunde, wer weiß es schon so genau) eine Million Euro mehr auf dem Konto haben. In den unteren Ständen, beim Prekariat und bei anderen Armutschgerln, reagiert man auf die Nachricht von solch sagenhaften Vermögen manchmal mit Unverständnis, ja Missgunst.

Als unlängst von einem dieser sagenhaften Milliardäre die Rede war, da hörte ich einen Herren den – mit Verlaub - ressentimentgeladenen Satz sagen: "Der kann auch nur aus einem Loch scheißen". Nicht sehr höflich, gewiss, wenn auch sachlich zutreffend und seelisch erleichternd. Möglicherweise hat ja der eine oder andere Leser noch einen anderen Trostspruch parat, mit dem man die Vorzüge des Reichtums in einem relativen Licht darstellen kann.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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