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Kampfschweißeln

Olfaktorische Freuden im Proletenschlauch

Das Kampftrinken kannten wir bereits; im Kurier hat die geschätzte Kollegin Doris Knecht vor kurzem den Begriff des Kampfschweißelns eingeführt, welches sich, wie ich aus oftmaliger Erfahrung bestätigen, kann, in Wiener öffentlichen Verkehrsmitteln in der Tat größter Beliebtheit erfreut. Die wahre Mörderkombi liefert für mich der jausnende Kampfschweißler mit Pizzastück (tritt gehäuft in der U 6 auf), der den Mitreisenden demonstriert, was es bedeutet, wenn sich den Odeur der Quattro formaggi mit den sieben Wohlgerüchen der Achselhöhle vermählt. Den p.t. Lesern erspare ich weitere olfaktorische Details meiner U-Bahnfahrten, dafür aber frage ich sie, welche Tätigkeiten außer dem Trinken und Schweißeln sich denn Ihrer Meinung nach noch mit der Vorsilbe kampf- versehen lassen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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