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Und doch ordinär

Für den Humor-Feinspitz

Unlängst wieder einmal gehört: Die Formel "Einfach, geschmacklos und doch ordinär". Der Sprecher verwendete sie zur Kennzeichnung eines Geschenkes, das bei ihm offenkundig auf wenig Anklang gestoßen war. Die Pointe dabei: Von einer geschmacklosen Sache nimmt man üblicherweise an, dass sie auch über die Eigenschaft des Ordinären verfügt, sodass die Gegenüberstellung von Geschmacklosigkeit und Ordinärheit mit Hilfe des adversativen "und doch" für einen Verblüffungseffekt, wenn nicht gar für einen Lacher sorgt. Ebenso gut könnte man auch sagen, dass eine Fernsehsendung töricht und doch dumm oder ein Buch langweilig und doch fad sei. Eine Formel für den Humor-Feinspitz!

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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