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Tut

Vorsicht mit ägyptischen Vornamen

foto: apa/dpa/hesse
foto: apa/dpa/hesse

März 2008, Wien liegt im Tut-Fieber. "Seit der Entdeckung seiner Grabstätte 1922 hat Tutanchamun die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt erobert", bewirbt das Kunsthistorische Museum seine soeben eröffnete Riesenausstellung, zu der ich mich hier nicht weiter kritisch äußern möchte. Vielmehr fokussiere ich mein Interesse auf den Namen Tut Anch Amun und die Fragen, die er aufwirft. Da sich meine ägyptologischen Kenntnisse in Grenzen halten, ist mir zunächst einmal unklar, wo sich bei Tut Anch Amun der Vor- und wo der Nachname verbirgt. Heißt der Herr Tut? Anch? Oder doch Amun? Hier hoffe ich auf erhellende Postings der Experten.

Bemerkung Nummer zwei: Gesetzt den Fall, es handelt sich bei "Tut" tatsächlich um den Vornamen, so möchte ich doch meinen, dass ein Name wie dieser nicht in jedem Land und zu jeder Zeit gleich geeignet ist. Wollte jemand sein Kind hier und heute in Österreich "Tut" taufen, dann wäre wohl mit Einwänden des Standesbeamten zu rechnen, und falls man den Namen wider Erwarten doch durchbrächte, so könnte er immer noch allerlei Missverständnissen Vorschub leisten. Wer auf dem Spielplatz oder im Kindergarten "Tut, komm her!" oder "Tut, Tut, wo bist Du?" ruft, läuft Gefahr, für überspannt oder gar für einen Trottel gehalten zu werden. Verantwortungsbewusste Eltern werden sich bei der Namenswahl also eher an Bewährtes wie Donald, Karl oder Kevin halten.

Weil wir aber schon bei diesem Thema sind, möchte ich die p.t. Leser bitten, uns, nebst ihren persönlichen Tut-Assoziationen, mitzuteilen, worauf bei der Vornamenvergabe generell zu achten ist und welche Namenskombinationen von vortrefflichem oder aber abscheulichem Charakter sind.

Von Christoph Winder
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Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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