Pfosten

15. April 2008, 16:06

Von mangelnder Auffassungsgabe

Mir war sie unbekannt, aber das muss ja nichts heißen: Die Verwendung des Wortes "Pfosten" zu Beschimpfungszwecken. Als "Pfosten" werden offenkundig Zeitgenossen von mangelhafter Auffassungsgabe und unzureichender Intelligenz bezeichnet, aber ich bin den Lesern dankbar, wenn sie mich über feinere Nuancen des Wortgebrauchs aufklären und mir beispielsweise schildern, was einen Pfosten von einem Deppen, einem Trottel oder einem Kretin unterscheidet.

Offen bleibt auch die Frage, ob der Pfosten dem männlichen Geschlecht vorbehalten bleibt, ob er auch auf Frauen angewendet werden kann oder ob es ihn gar in einer "gegenderten" Version gibt. Die Verbreitung des Pfostens scheint auf jeden Fall erheblich zu sein. Ich zitiere ein paar Beispiel aus dem Internet: "Ohne Jay-Z wäre es ein Instrumental, du Pfosten!" "Ach komm Holzmichl du Pfosten!! Jetzt enttäuscht du mich schon wieder!!" "was hat mein name mit dem thema zu tun,du pfosten?". "Oben habe ich es geschrieben, du Pfosten." In seiner orientalischen Pracht besonders schön: "Du Vater aller Pfosten!"

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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