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Woxt nix

Kommentare für Pechvögel

Vor kurzem ist ihrem Chronisten ein kleines Missgeschick passiert. Als er in einem Bus von K. nach W. eine Fahrkarte lösen wollte, fiel ihm das ganze Fahrgeld auf den Boden und kullerte in alle Himmelsrichtungen davon. Ein schöner Schmarren und natürlich auch recht unelegant, wenn man vor 25 Fahrgästen auf dem Busboden herumrobbt und versucht, seine Kröten unter den Sitzbänken herauszufummeln. Der lustige Buschauffeur aber kommentierte das Ungeschick mit den Worten: "Do unten woxt nix", und ein Fahrgast sekundierte mit der Ansage "Waun Sie des Göd ned woin, I nemms scho" (Übersetzung für Leute von außerhalb des hiesigen Dialektgebietes: "Da unten wächst nichts", "Wenn Sie das Geld nicht wollen: Ich nehme es gerne".).

Gut gemeinte heitere Kommentare zu kleinen Missgeschicken des Alltags, ich weiß, ich weiß! Andererseits fühlt man sich dann doch ein wenig für einen Deppen gehalten, wenn man sich erklären lassen muss, dass sich Münzen nicht als Samen eignen – schließlich sehe ich ja – hoffentlich – nicht so aus, als würde ich zuhause Euro und Cent in den Blumenrabatten vergraben und dann auf die nächste Schein-Ernte warten.

Möglicherweise sind ja dem einen Leser oder der anderen Leserin bei der Lektüre der vorhergehenden Zeilen noch andere semi-scherzhafte Trostsprüchlein vom Woxt-nix-Typus in den Sinn gekommen. Da wäre es doch ganz charmant, wenn Sie die Allgemeinheit an Ihrem Wissen teilhaben ließen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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