, Redaktion

Dösis

Gutnachbarschaftliche Frotzeleien

Was von der Euro bleibt? a) Ein würdiger Europameister, b) die Erkenntnis, dass die Ringstraße in den vergangenen Wochen doch nicht zugebrunzt wurde, sowie c) der böse Ausdruck "Dösis", mit dem die Bildzeitung unsere Nationalmannschaft (oder gar die gesamte Nation??) bedacht hat.

In den "Dösis" schlummert das Wort Ösis (dieses fatale Ö, mit dem man immer auf der Stelle identifiziert wird!), aber auch das Wort "dösen", wodurch auf eine angebliche Verschlafenheit der Österreicher hingewiesen werden soll. Wäre ich ein Bösi, dann würde ich mir jetzt die Anmerkung erlauben: Beim Finale der Euro hat es eine echte Dösi-Mannschaft gegeben. Ein Tipp für alle, die es exakt wissen wollen: Spanien war es nicht. Gut, dass ich kein Bösi bin.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

Mehr zum Thema Winders Wörterbuch zur Gegenwart