App statt Bankbesuch: Salzburger Sparkasse erprobt neue Filialformate

4. September 2013, 15:00

Erlebniswelt zur Kundenbindung - Kürzere Öffnungszeiten für Kleinstfilialen

Die Salzburger Sparkasse wird in den nächsten Monaten neue Filialkonzepte erproben, um auf das geänderte Kundenverhalten zu reagieren. Immer mehr Menschen kämen nur mehr selten in die Bank, viele Geschäfte würden via Internet oder App erledigt, sagte Regina Ovesny-Straka, Generaldirektion der Salzburger Sparkasse, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Zu den klassischen Bankstandorten werden deshalb künftig Express- und Exklusivfilialen kommen.

Geldautomaten stehen rund um die Uhr für Ein- und Auszahlungen bereit

Das Express-Konzept ist für Kleinststandorte mit ein bis zwei Mitarbeitern gedacht. Umgesetzt wird es in den nächsten Wochen in Bruck, Kaprun, Mühlbach und Lend. In diesen Filialen beschränken sich die Öffnungszeiten für den Schalterbetrieb mit Bankmitarbeitern künftig auf die Vormittage. Geldautomaten stehen rund um die Uhr für Ein- und Auszahlungen bereit. Beratungen gibt es nach Terminvereinbarung von 7.00 bis 19.00 Uhr in der Filiale oder auch beim Kunden vor Ort. Das Express-Konzept sei eine Antwort auf die geringe Frequenz in den Kleinststandorten. Es werde die Filialen wirtschaftlicher machen und damit Schließungen verhindern, betonte die Bankmanagerin.

Die Exklusivfilialen sollen Kunden für Geschäfte, bei denen es mehr Beratung und intensivere Betreuung in Finanzangelegenheiten braucht, einen modernen Rahmen bieten. Das Sofa werde den klassischen Bankschalter ersetzen, kündigte Ovesny-Straka eine "Erlebniswelt" an. In den Wartebereichen gibt es WLAN und Kaffee für die Kunden, auf iPads und Flatscreens sollen sie sich über Produkte vorinformieren können. Der Selbstbedienungsbereich wird wieder stärker in die Filiale integriert, der Service für die Kunden verstärkt.

Alles aus einer Hand

Durch eine stärkere Zusammenarbeit mit Notaren, Maklern oder Versicherungen bekomme der Kunde alles aus einer Hand, kündigte Vertriebsdirektor Markus Sattel an. Als erste Filiale wird Zell am See im kommenden Jahr umgerüstet. Wie viel in das Konzept investiert wird, wollte Ovesny-Straka noch nicht sagen.

Salzburg sei - nach Wien - das erste Bundesland, in dem innerhalb des Konzerns neue Filialformate erprobt werden, so Ovesny-Straka. Die Salzburger Sparkasse gehört zur börsenotierten Erste Bank. Wie viele Standorte letztlich umgerüstet werden, stehe noch nicht fest. Derzeit hat die Salzburger Sparkasse 61 Filialen. Anfang der 1990er-Jahre waren es noch 75 Standorte. Heuer wurden die Filialen in Dorfgastein und Golling geschlossen, in Straßwalchen wurde im vergangenen Jahr eine neue Filiale eröffnet. (APA, 04.09. 2013)