Torfrau Manuela Zinsberger beim Autogramme schreiben am Wiener Rathausplatz.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Teamchef Dominik Thalhammer beim Autogramme schreiben.

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Das Team im Partymodus.

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Wien – Das erfolgreiche Kapitel Fußball-Frauen-EM ist für Österreichs Nationalteam am Freitag sowie in der Nacht auf Samstag mit einem Feiermarathon zu Ende gegangen. Beim offiziellen Empfang am Rathausplatz in Wien mussten die Halbfinalistinnen mehr als eine Stunde lang Selfiewünsche erfüllen sowie Autogramme schreiben. Das hätte vor dem Turnier in den Niederlanden kaum jemand für möglich gehalten.

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"Wir haben versucht, jeden Moment mitzunehmen und zu genießen", sagte ÖFB-Teamkapitänin Viktoria Schnaderbeck. Auch der Bekanntheitsgrad des Teams von Teamchef Dominik Thalhammer ist durch den Erfolgslauf deutlich gestiegen. Nina Burger etwa hatte vor der EM gesagt, dass drei von zehn Leuten sie auf der Straße erkennen würden. "Jetzt werden es sieben oder acht von zehn sein", vermutete die zweifache EM-Torschützin.

Signiertes EM-Trikot für das Wohnzimmer

Die 29-Jährige ließ sich ein EM-Trikot von allen Kolleginnen unterschreiben. Das hängt sie sich eingerahmt zu Hause auf. "Von den Momenten, die wir bei der EM erlebt haben, werde ich hoffentlich einmal meinen Kindern oder Enkelkindern erzählen können", schilderte die SC-Sand-Angreiferin. Es könnte ihre letzte EM gewesen sein, 2021 wäre sie 33.

Dem aktuellen Team dürfte sie unabhängig davon auch in Zukunft verbunden bleiben. "Der Teamgeist ist einfach ein Wahnsinn, mit dem Team könnte ich auch ein Jahr zusammen sein", sagte Burger. Auch deshalb könnten sich die ÖFB-Spielerinnen ein Beispiel an den Legenden des FC Wageningen nehmen, die sich trotz des Niedergangs des Vereins 1992 jede Woche einmal auf der Klubanlage, auf der Österreich bei der EM regelmäßig trainiert hatte, treffen.

"Wir haben schon gesagt, dass wir uns, wenn wir älter sind, immer treffen werden zu einem Kaffeetratsch. Da wird das Thema EM sicher vorkommen", so Linksverteidigerin Verena Aschauer. Schnaderbeck: "Es waren unvergessliche, emotionale Momente und wir haben einen Teamspirit, den ich in den letzten Jahren so noch nicht erlebt habe. Das sind Dinge, die für das ganze Leben bleiben", erläuterte die Bayern-Abwehrspielerin.

Mannschaft des Jahres 2017

Dazu würde auch die Auszeichnung als Mannschaft des Jahres 2017 zählen. Bei der alljährlich stattfindenden Wahl unter den Mitgliedern der Sportjournalistenvereinigung Sports Media Austria (SMA) wäre alles andere als ein ÖFB-Triumph schon überraschend.

"Nachdem wir letztes Jahr schon Zweiter waren, wäre das schon eine schöne Bestätigung", sagte Thalhammer. 2016 hatte man trotz geschaffter erstmaliger EM-Qualifikation dem Segelduo Thomas Zajac/Tanja Frank den Vortritt lassen müssen. "Für mich sind wir jetzt schon die Mannschaft des Jahres, ob wir dann einen Preis oder eine Auszeichnung bekommen, ist letztendlich Nebensache", betonte Schnaderbeck. Das Ergebnis der Wahl wird am 2. November im Rahmen der "Lotterien Sporthilfe-Gala" bekanntgegeben. (APA, 5.8.2017)