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Wien – Ein Personenkomitee zur Unterstützung der Neos für die Nationalratswahl hat sich am Donnerstag in Wien präsentiert. Die Proponenten wollen sich für mehr liberale Politik frei von Klientelinteressen und Blockaden engagieren, sagte der Sprecher des "Chancenkomitees", der Manager Karl Sevelda, bei einer Pressekonferenz.

Das Komitee umfasst derzeit etwas mehr als 50 Personen – darunter die LIF-Gründer Heide Schmidt und Friedhelm Frischenschlager, die Unternehmer Cord Prinzhorn, Viktoria Kickinger und Stefan Klestil, Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten, Opernball-Legende Lotte Tobisch sowie mehrere internationale Politiker wie die Premierminister Miro Cerar (Slowenien) und Xavier Bettel (Luxemburg) und EU-Kommissarin Věra Jourová. Sevelda geht davon aus, das die Zahl der Unterstützer noch stark anwachsen wird, nachdem das Komitee erst am Donnerstag an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Tobisch begründete in der Pressekonferenz ihre Unterstützung für die Neos damit, dass diese ein "Pfahl im Fleische " seien. Sie sei früher immer für die Große Koalition gewesen, diese habe sich aber das Land aufgeteilt und funktioniere nicht mehr. Zur FPÖ stellte Tobisch mit Verweis auf deren Abschottungspolitik und Kontakte zur französischen Front-National-Chefin Marine Le Pen fest: "Das will ich wirklich nicht." Und auch bei den Grünen habe es ihr nicht gepasst. Neos-Chef Matthias Strolz habe sie hingegen als "vernünftigen, gescheiten Menschen" kennengelernt.

Die dreifache Mutter Verena Köb-Drexel unterstützt die Neos, weil sie sich "eine mutige Politik für die Zukunft" wünscht. Derzeit vermisst sie in der Politik die Verantwortung für die Zukunft. Von den Neos erwartet sie sich eine nachhaltige Politik für mehrere Generationen und nicht, dass nur in Wahlzyklen gedacht werde. Die Assistenzprofessorin an der WU Wien, Stephanie Mittelbach-Hörmanseder, wünscht sich "echte Chancen für die Kinder". Mit den Neos gebe es die Chance, das Bildungssystem mit neuen Perspektiven umzugestalten.

Sevelda meinte, dass von SPÖ und ÖVP die nötigen Reformen nicht mehr zu erwarten seien. Die beiden Parteien seien Gefangene ihrer Interessensgruppen und ihrer föderalen Strukturen.

Spenden werde es von dem Komitee an die Neos nicht geben, versicherte Sevelda. Finanzielle Zuwendungen gebe es nur direkt an die Partei. Aktuell liegt der Spendenstand der Neos bei rund 740.000 Euro. Ziel ist eine Million. (APA, 22.9.2017)