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Netflix stoppt Produktion von "House of Cards" vorläufig

31. Oktober 2017, 23:27

Ankündigung nach Anschuldigung der sexuellen Belästigung gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey

Los Angeles – Als Reaktion auf die Belästigungsvorwürfe gegen den Schauspieler Kevin Spacey hat der Streamingdienst Netflix die Produktion der Erfolgsserie "House of Cards" bis auf Weiteres eingestellt. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, diese Entscheidung sei zusammen mit der Produktionsfirma Media Rights Capital getroffen worden.

Durch den vorläufigen Produktionsstopp solle die Zeit geschaffen werden, "die Lage zu untersuchen und auf jegliche Besorgnisse der Crew" der Serie einzugehen, begründete Netflix den Beschluss. Die sechste Staffel der Serie, in der Spacey die Hauptrolle eines machthungrigen und skrupellosen Politikers spielt, sollte nach den bisherigen Planungen im nächsten Jahr gezeigt werden.

Schon vor dieser Entscheidung hatte Netflix am Montag angekündigt, dass "House of Cards" nach der sechsten Staffel komplett eingestellt werden solle. Aus Insiderkreisen hieß es jedoch, dass das Ende der Serie nach der sechsten Staffel nichts mit den Anschuldigungen gegen Spacey zu tun habe.

Die letzte Staffel wird derzeit produziert und sollte 2018 zu sehen sein. Staffel fünf strahlt der Streamingdienst ab 30. November aus. Im deutschsprachigen Raum liegen die Exklusivrechte bei Sky. Die Ankündigung folgte wenige Stunden nachdem das US-Portal "Buzzfeed" Vorwürfe eines Schauspielers veröffentlicht hatte, dass der damals 26-jährige Spacey ihn, damals 14 Jahre alt, sexuell belästigt habe. Spacey hat sich für die 30 Jahre zurückliegende sexuelle Belästigung mittlerweile entschuldigt und den Anlass auch genutzt, um sich als homosexuell zu outen.

Aus laut Netflix vor Monaten beschlossen

Netflix dementierte, dass die Entscheidung zur Einstellung der Serie mit den Vorwürfen gegen Spacey. Das Aus sei bereits vor einigen Monaten beschlossen worden, bestätigte das Unternehmen laut "Guardian".

Die Serienproduzenten bei Netflix und Media Rights Capital seien ob der Vorwürfe gegen Spacey jedenfalls "tief erschüttert", heißt es in einem Statement. (red, 31.10.2017)