Screenshot: Reddit / Call of Duty: WW2

Psychotricks: Wie Lootboxen in "Call of Duty: WW2" für Neid und Mikrotransaktionen sorgen dürften

2. November 2017, 12:37

Spieler können diesmal anderen dabei zusehen, wie diese belohnt werden

Wie viele aktuelle Blockbuster-Games wird auch der am Freitag erscheinende Kriegsshooter "Call of Duty: WW2" so genannte Lootboxen enthalten. Über diese Schatzkisten werden Spieler mit neuen Ausrüstungsgegenständen für ihre Fortschritte belohnt.

Ersten Berichten von Spielern zufolge, die bereits vor dem offiziellen Marktstart zu Werke gehen durften, hat sich Hersteller Sledgehammer Games diesmal einen Trick einfallen lassen, wie man Spieler dazu bringt, noch mehr Zeit und optional auch Geld zu investieren, um immer mehr Lootboxen öffnen zu können.

Fast wie im Casino

So erhalten Spieler ihre Belohnungen im jüngsten "Call of Duty" in dem neuen virtuellen Aufenthaltsbereich, der einen Strandabschnitt in der Normandie darstellt, und 48 Spieler gleichzeitig beherbergt. Der Clou: Die anderen Spieler sehen, wie eine Lootbox für einen anderen Spieler vom Himmel fällt und auch, was sich darin befindet – ohne jedoch selbst darauf zugreifen zu können.

Hersteller Sledgehammer und Herausgeber Activision haben sich noch nicht offiziell zu dem Feature geäußert, doch dürften sich die Entwickler dabei – neben dem Zufallsprinzip von Lootboxen selbst – ein weiteres psychologisches Phänomen von Casinos abgeschaut haben. So kann man nun auch in einem Game anderen neidvoll über die Schulter schauen, wie sie "Gewinne" abstauben.

Nur Kosmetik

Wenngleich man für Lootboxen in "WW2" auch reales Geld ausgeben kann, um nicht erst Spielerfolge erzielen zu müssen, betonten die Entwickler bereits im Vorfeld, dass man über diese Nachschubkisten lediglich kosmetische Ausrüstungsgegenstände erhält. Dadurch soll man sich keine Vorteile wie bessere Waffen erkaufen können. (zw, 2.11.2017)