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Wie wird in Ihrem Umfeld seit #MeToo über sexuelle Übergriffe diskutiert?

User-Diskussion |
28. November 2017, 07:56

Über sexuelle Übergriffe wird seit der #MeToo-Bewegung längst nicht mehr nur unter Feministinnen gesprochen. Wie haben sich Diskussionen darüber in Ihrem Freundeskreis verändert?

Was haben Frauen erlebt? Wo werden Grenzen missachtet? Warum wird vielfach Frauen nicht geglaubt, wenn sie von Erlebtem berichten? Was fällt unter sexuelle Belästigung? Was ist erlaubt? Diese Fragen werden seit der öffentlichen Debatte rund um sexuelle Belästigung und der #MeToo-Bewegung immer häufiger diskutiert. Auffällig dabei: Das Thema wird nicht mehr ausschließlich unter Feministinnen, Frauen und Gewaltschutzexperten diskutiert. Auch Männer reden über ihre Wahrnehmungen, Einschätzungen, aber auch über ihre Verunsicherung, wie sie sich Frauen gegenüber verhalten sollen. "Aber was ist beim Flirten? Das ist ein Spiel. Wo ist hier die Grenze? Das ist total schwer", so beschreibt ein junger Mann seine Verunsicherung in einer STANDARD-Diskussionsrunde.

Gesamtgesellschaftlicher Diskurs

Angestoßen wurde der gesamtgesellschaftliche Diskurs in sozialen Medien. Unter dem Hashtag #MeToo berichteten zahlreiche Frauen von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen. Medien griffen dieses Thema aus den verschiedensten Blickwinkeln auf und zeigten damit einmal mehr, wie allgegenwärtig sexuelle Belästigung für die meisten Frauen im Alltag ist. Abseits der medialen Berichterstattung wird im Freundes- und Bekanntenkreis, aber auch unter Arbeitskollegen über derartige Grenzüberschreitungen diskutiert.

Bei privaten Treffen erzählen Freundinnen von ihren persönlichen Erlebnissen, die unter #MeToo laufen könnten, und manche männliche Freunde berichten, dass sie durch diese Debatte verunsichert seien, selbst vielleicht auch schon unbeabsichtigt Grenzen überschritten zu haben. Sprachlos macht sowohl Männer als auch Frauen aber vor allem, dass wirklich nahezu jede befreundete Frau eine #MeToo-Geschichte erlebt hat. Das erzählt auch User "Name d. Redaktion bekannt":

Kritik an der #MeToo-Bewegung betrifft vor allem die Vermengung von verbalen Entgleisungen und Straftatbeständen. Dennoch wird vielfach positiv hervorgehoben, dass sich endlich auch Männer mit diesem Thema auseinandersetzen und sexuelle Belästigung ein gesellschaftliches und kein reines Frauenthema sei. Ebenso positiv wird hervorgehoben, dass auch Arbeitgeber zum Teil auf diese Debatte reagieren und einen Fokus auf das lange Zeit vernachlässigte Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz richten.

Wie wird in Ihrem Umfeld #MeToo thematisiert?

Hat die öffentliche Debatte den Blickwinkel darauf verändert? Braucht es diesen öffentlichen Diskurs, um eine gesellschaftliche Veränderung zu bewirken? Wie gehen Freunde, Arbeitskollegen und auch Arbeitgeber mit der #MeToo-Bewegung um? (Judith Handlbauer, 28.11.2017)