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Stiftung Warentest: Billige Drohnen unsicher, mit miserablen Kameras

23. November 2017, 09:45

Schlechte Bildqualität und mangelhafte Sicherheitsfeatures bei Geräten unter 300 Euro

Kompakte Drohnen für Video und Fotos aus luftiger Höhe dürften auch dieses Jahr zu Weihnachten wieder ein Geschenkhit sein. Wer glaubt, dass es für wenige Hundert Euro schon gute Modelle gibt, irrt jedoch. Das zeigt ein Test der deutschen Stiftung Warentest. Sie hat zehn Fluggeräte zwischen 125 und 1.940 Euro überprüft.

Große Unterschiede bei Bildqualität

Die getesteten Drohnen im Bereich unter 300 Euro waren demnach insgesamt nur "ausreichend" oder sogar "mangelhaft". Sie liefern unscharfe, blasse Fotos mit Bildrauschen. Die Kameras von fünf Geräten unter 300 Euro machen laut den Testern Aufnahmen wie "schlechte Handys vor zehn Jahren". Für eine gute Bild- und Videoqualität muss man tief in die Tasche greifen – über 1.000 Euro kosten die besseren Modelle.

Sicherheitsfeatures

Es kommt beim Kauf aber nicht nur auf die Bildqualität an. Kunden sollten auch darauf achten, dass die Drohnen mit Satelliten-Navigation ausgerüstet sind. Geräte, die sich ausschließlich manuell steuern lassen, sind zu unberechenbar in der Handhabung und driften auch bei Windstille ab. "Die guten Drohnen mit Navi stehen dagegen nach dem Start wie fest genagelt in der Luft und lassen sich präzise steuern", so die Stiftung Warentest.

Die teureren Modelle sind auch meist mit einem Kollisionsschutz ausgestattet. Bei Geschwindigkeiten mit bis zu 70 km/h wie beim Testsieger ist das ein notwendiges Feature. Der Test zeigt, dass man im Umgang mit Drohnen sehr vorsichtig sein muss – selbst bei kleineren Modellen kann es durch die Rotoren schnell zu Verletzungen kommen. Im Testvideo wird demonstriert wie damit eine Karotte durchgesäbelt wird. Die Geräte haben daher auch nichts in den Händen kleiner Kinder verloren.

stiftung warentest

Bei niedrigen Akkustand stürzen vor allem die billigsten Drohnen einfach ohne Vorwarnung ab – die Flugzeit beträgt nur wenige Minuten. Die besseren Modelle verfügen über eine Rückkehrfunktion zum Piloten, sobald sie wieder aufgeladen werden sollten.

Die miesesten Gesamtnoten erhalten eine Drohne von Amewi um 193 Euro und die Reely Sky von Conrad Electronics um 130 Euro. Am besten schnitt die DJI Phantom 4 pro+ um 1.940 Euro ab. (red, 23.11.2017)