Glyphosat-Zulassung: Drei Wahrheiten und ein Gift

Kommentar |
29. November 2017, 17:20

Man kann nur hoffen, dass die nächsten fünf Jahre sinnvoll genutzt und dabei Alternativen für das Gift gesucht werden

Spätestens seitdem der Positivismus geprägt wurde, hat die Wissenschaft vor allem ein Ziel: der Wahrheit durch Beobachtung und Messung näherzukommen. In Sachen Glyphosat hat sich nun eine solche Tatsache ergeben: Bei sachgemäßem Gebrauch erhöht das Herbizid das Krebsrisiko für den Menschen nicht.

Bald stößt man jedoch auf eine zweite Wahrheit: Glyphosat wurde auf Gefahren für den Menschen untersucht. Für die Umwelt bleibt das Mittel ein Gift. Wer Umweltschäden hinter "Menschenschäden" stellt, sieht das größere Bild nicht: Sind unsere Ökosysteme einmal zerstört, wären Gefahren für den Menschen nicht einmal mehr messbar.

Bevor man allerdings Glyphosat verteufelt, muss man die gesamte Landwirtschaft infrage stellen: die Artenvielfalt zerstörende Monokulturen, Düngerproduktionsverfahren, die mehrere Prozent des weltweiten Energiebedarfs verschlingen, und Bodenerosion durch übermäßige Landnutzung. Auch wenn diese Prozesse zum Teil überlebensnotwendig sind, kommt man an einer dritten Wahrheit nicht vorbei: Es geht hier vor allem um die Profite von Konzernen und Bauern. Die Scheindebatte über Glyphosat hatte somit von Anfang an ein erwartbares Ergebnis.

Man kann also nur hoffen, dass die nächsten fünf Jahre sinnvoll genutzt und dabei Alternativen für das Gift oder, im besten Fall, sogar für unser ökologisch zweifelhaftes Agrarsystem gesucht werden. (Katharina Kropshofer, 29.11.2017)