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Elizabeth Hurley für Kampf gegen Brustkrebs geehrt

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1. Dezember 2017, 12:42

Außergewöhnliche Frauen beim Women of the Year Award im Wiener Rathaus

Wien – Hollywood-Schauspielerin Elizabeth Hurley ist am Mittwochabend im Wiener Rathaus für ihren 22-jährigen Kampf gegen Brustkrebs mit dem Women of the Year Award in der Rubrik "Fighting for Cancer" geehrt worden. Mittags nach einem Kurz-Trip auf die Malediven eingeflogen, bekräftigte der Österreich-Fan sein Ziel, die Krankheit in wenigen Jahrzehnten völlig auszulöschen.

Das Wiener Rathaus im Zeichen starker Frauen
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Was haben das österreichische Fußball-Nationalteam, Schauspiellegende Christiane Hörbinger und Sozialwissenschaftlerin Edit Schlaffer gemeinsam? Auch sie wurden am Mittwochabend im Wiener Rathaus als Frauen des Jahres ausgezeichnet. Für ihr Lebenswerk geehrt wurde Christiane Hörbiger. Mehrere hundert Gäste feierten neben großen Namen und bekannten Gesichtern auch Frauen, die sonst eher selten im Rampenlicht stehen.

"Heimat bist du großer Töchter", betonte Ex-Profikicker Volker Piesczek in seiner Laudatio für seine weiblichen Kolleginnen, die heuer enorme Popularität erlangt haben. Im Model-Olymp angekommen ist die Kärntnerin und Neo-Engel Nadine Leopold nach ihrem Walk über den Laufsteg von Victoria's Secret, weshalb sie ihren Award nicht persönlich entgegen nehmen konnte.

Archäologin Sabine Ladstätter

In der Rubrik Wissenschaft setzte sich Archäologin Sabine Ladstätter durch, die ihre bahnbrechenden Arbeiten im antiken Ephesos in der Türkei aus politischen Gründen nicht fortsetzen kann. Ex-Schifahrerin Maria Höfl-Riesch, die mittlerweile als Designerin tätig ist, reüssierte in Sachen Lifestyle, die strahlende "Tatort"-Mimin Adele Neuhauser zeigte sich ausgesprochen bescheiden und von der Laudatio der ORF-Generaldirektorin Kathrin Zechner gerührt. "Ich hab doch gar nichts gemacht!", sagte sie.

In ihren jungen Jahren schon sehr viel getan hat "Germany's Next Topmodel"-Siegerin 2009 Sara Nuru. Sie setzt sich seit vielen Jahren für Frauen und Kinder in ihrem Heimatland Äthiopien ein. "Das könnte auch ich sein, die zwei Stunden täglich Wasser holen gehen muss", meinte sie bei der Übergabe der Trophäe. Sie sei unendlich dankbar für die Chancen, die sie durch ihre Flucht nach Deutschland bekommen hat. In Wien hat Nuru, die gerne Apfelstrudel macht, unter anderem den Naschmarkt besucht, erzählte sie.

Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie

Die ebenfalls geehrte, bestens gelaunte Menschenrechtsaktivistin und Autorin Waris Dirie sorgte für einen Gänsehaut-Moment am roten Teppich: Sie fiel spontan Niederösterreichs Ex-Landesvater Erwin Pröll um den Hals. "Er hat mir das Leben gerettet! Niemand wollte mich damals", erläuterte sie. "Er hat mir vor 15 Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft ermöglicht."

Sisi Pröll stellte Stephanie Winkler vor: Die Mutter zweier todkranker Kinder engagiert sich trotz Schicksalsschlägen rührend für andere. "Eine unglaublich starke Frau", so die Laudatorin. Autorin Deborah Feldmann erschien nicht. Sie habe ein schlechtes Gewissen und könne diese Ehrung nicht annehmen, solange noch so viele Frauen ihr ehemaliges Schicksal teilen, hieß es. In ihren autobiografischen Romanen schildert sie das Schicksal von Frauen und Kindern in ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaften, aus denen sie flüchten konnte.

Den Preis für ihre heuer verstorbene Mutter, Weltstar Christine Kaufmann, nahm Tochter Allegra unter Tränen entgegen. Die legendäre Schauspielerin, die schon in Kindertagen tätig war, ist im März einem Krebsleiden erlegen. (APA, 1.12.2017)