Foto: rbb/Britta Krehl

Kreuzverhör im Kreisverkehr: "Polizeiruf 110" lässt manchen "Tatort" hinter sich

3. Dezember 2017, 12:00

"Das Beste für mein Kind": Echte Mutterliebe und falsche Vaterschaften können eine unheilvolle Allianz bilden

"Die einzige Gewissheit im Leben ist die Mutter", weiß der Gerichtsmediziner. Diese Erkenntnis hat zwar nicht unmittelbar, aber doch damit zu tun, dass er kurz zuvor bei der männlichen Leiche die Todesursache festgestellt hat: Ein Schlag auf den Kopf mit spitzem Gegenstand hat den Entführer eines sechs Monate alten Kindes getötet.

Weil dieses aber inzwischen bei bester Gesundheit vor einem Krankenhaus ausgesetzt wurde, haben es die Kriminalhauptkommissare Olga Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lukas Gregorowicz) im aktuellen Polizeiruf 110 (Sonntag, 20.15) schon nach wenigen Minuten statt mit Kindesentführung mit einem Mord zu tun.

Anna Kowalska (Agnieszka Grochowska) in "Das Beste für mein Kind".
foto: rbb/britta krehl

Besser als "Tatort"

Mit derartigen Überraschungen kann Das Beste für mein Kind in der Folge noch des Öfteren aufwarten und lässt nicht nur deshalb so manchen verschwurbelten Tatort der letzten Zeit weit hinter sich. Denn das Team Lenski/Raczek, am deutsch-polnischen Polizeizentrum bei Frankfurt (Oder) für grenzübergreifende Einsätze zuständig, ist ein formidables Duo, das sich zwar ein Privatleben gönnt, uns damit aber weitestgehend verschont.

Die beiden Paare diesseits und jenseits der Grenze wiederum, die aus dem Mordfall ein veritables Familiendrama machen, werden hingegen bald ins Kreuzverhör genommen. Echte Mutterliebe und falsche Vaterschaften können nämlich eine unheilvolle Allianz bilden.

Dazwischen gibt es Aussichten auf einen Kreisverkehr im Grenzland als Zeichen ständiger Getriebenheit. Und Erkenntnisse ohne Gerichtsmedizin: "Wir machen die nächste Familie kaputt", so Raczek, der weiß, was geschieht, wenn ein Fernsehcop tut, was ein Fernsehcop tun muss. (Michael Pekler, 3.12.2017)