Deutsche Bundesbank will stärkere Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe

Digitale Attacken sollen jährlich einen Schaden von 400 Milliarden Euro verursachen

Joachim Wuermeling, Vorstand der deutschen Bundesbank, hat die Finanzwirtschaft zu verstärkten Anstrengungen zum Schutz vor Cyber-Attacken aufgerufen. "Fällt zum Beispiel eine Börse oder ein Zahlungsverkehrssystem aus, sind davon sofort Tausende von Teilnehmer betroffen", warnte Wuermeling am Dienstag auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt.

Erstrebenswert sei unter anderem ein einheitliches Sicherheitsniveau. Wichtig sei zudem eine kontinuierliche Überwachung. "Das effektive Suchen und Finden von Schwachstellen ist eine unserer Hauptaufgaben." Wuermeling ist bei der Bundesbank für die Themen Informationstechnologie und Märkte zuständig.

10.000 E-Mails mit Malware an Notenbank

Schätzungen zufolge verursachen Cyber-Attacken jährlich weltweit Schäden von etwa 400 Milliarden Euro. "Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland sind in den vergangenen beiden Jahren Opfer von Cyber-Angriffen geworden", sagte Wuermeling. Profitorientierte Angreifer hätten ihre Taktiken, Techniken und Prozesse erheblich weiterentwickelt. Auch die Bundesbank sei Ziel von Angriffen gewesen, gegen die sie sich aber bislang erfolgreich verteidigt habe. Allein im vergangenen Jahr wehrte die Notenbank laut Wuermeling rund 10.000 mit Schadsoftware verseuchte Emails ab.

Im Sommer hatte der bei der Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand Andreas Dombret die Einführung von speziellen Hacker-Stresstests für Geldhäuser ins Spiel gebracht. In anderen Ländern hätten Aufsichtsbehörden Cyber-Angriffe auf Banken simuliert, um deren Schutz zu testen. (Reuters, 05.12.2017)

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