Wie Amazon dafür sorgen will, dass Produkte günstig und gut sind

Der IT-Gigant ermöglicht es kleineren Unternehmen, ihre Produkte zu einem Erfolg zu machen – auch durch Kredite

Sie tragen Namen wie Vava, Ravpover oder Wyze – und sorgen auf Amazon für Verkaufserfolge: Dabei handelt es sich um Unternehmen, die versuchen, mit günstigen, aber hochwertigen Produkten bestimmte Sparten zu erobern. Beispielsweise Wyze: Das Start-Up stellt eine smarte Kamera her, die gerade einmal 29 Dollar kostet, aber laut Testern durchaus mit den Marktführern mithalten kann. Ravpover produziert günstige mobile Akkus oder Module für drahtloses Laden. Vava sorgt bei Lautsprechern für Furore – alle drei Unternehmen sind übrigens noch nicht in Europa aktiv.

Amazon-Formel knacken

Ohne Amazon wäre der Aufstieg dieser Unternehmen nicht möglich gewesen, analysiert nun die New York Times. Tatsächlich haben alle genannten Firmen viele Ressourcen dafür verwendet, die Amazon-Formel zu knacken. Das bedeutet: Sie müssen bei Suchergebnissen hoch gereiht sein, durch ihr Design Blicke auf sich ziehen, aber auch gut bei Kunden ankommen. Dazu kommt der Preis, der deutlich unter dem der Marktführer liegen muss. Das schaffen Unternehmen auch, indem sie sich bei Verkauf und Vertrieb rein auf Amazon verlassen.

Qualitätsstandards

Umgekehrt erwartet der Onlinehändler von Drittanbietern, dass deren Produkte gewisse Qualitätsstandards erfüllen. "Verkäufer müssen bessere Produkte zu günstigen Preisen anbieten, sonst verschwinden sie", sagt Sunvalley-Manager Allen Fung. Der chinesische Konzern steckt etwa hinter Ravpover und Vava.

Amazon selbst unterstützt diese Firmen: Die New York Times berichtet etwa davon, dass Kredite von bis zu drei Milliarden Dollar vergeben wurden, um Firmen beim Aufstocken ihrer Produktion zu helfen. Diese orientieren sich selbst am Modell Amazon: Günstige Preise, dafür eine hohe Zahl an Verkäufen.

Marktmacht

Während sich Konsumenten über die Alternativen zu hochpreisigen Marktführern freuen, dürften klassische Anbieter durchaus besorgt sein. Im aktuellen Streit mit Google zeigt Amazon, dass es zu durchaus radikalen Aktionen wie dem Rauswurf einzelner Produkte bereit ist. (red, 7.12.2017)

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