Foto: REUTERS/Vincent West

Salzburg belohnt sich in Nachspielzeit bei Real Sociedad mit Ausgleich

15. Februar 2018, 21:19

Nach 1:0-Führung der Bullen drehten die Basken die Partie, ehe Minamino kurz vor Ende zum Ausgleich traf und so eine sehr gute Ausgangsposition für das Sechzehntelfinal-Rückspiel schaffte

Österreichs Fußballmeister Red Bull Salzburg ist dem Achtelfinale der Europa League ein Stück näher gerückt. Am Donnerstag wurde gegen Real Sociedad im Estadio Anoeta von San Sebastian ein 2:2 errreicht. Im Rückspiel am 22. Februar wird kein Wunder vonnöten sein. Eine starke Leistung schon.

Die Basken entpuppten sich als recht verunsicherte Mannschaft, dass sie in der spanischen Liga nur auf Platz 14 liegen, konnte nicht verheimlicht werden. Okay, die eine oder andere Drangperiode hat es gegeben, Angst und Bang wurde den Salzburgen aber praktisch nie. Tormann Alexander Walke war der gewohnt sichere Rückhalt. Die Gäste ihrerseits wurden immer wieder gefährlich, der schnelle Hwang stresste die Hausherren. 27. Minute: Corner Andreas Ulmer, Reals Mikel Oyarzabal köpfelt sich den Ball ans eigene Bein, von dort kullert er zum 0:1 über die Linie. Das im Europacup so bedeutende Auswärtstor war erzielt.

Die Salzburger standen weiterhin kompakt. Bis zur 57 Minute: Rechtsverteidiger Alvaro Odriozola dringt in den Strafraum ein, sein Schuss ist so trocken wie präzise – 1:1. Der Aktion war ein Foul vorausgegangen, nicht für den schottischen Schiedsrichter Bobby Madden. Socidead erhöhte den Druck, Adnan Januzaj köpfelte an die Latte (72.). Acht Minuten später traf Januzaj per Freistoß zum 2:1, Salzburgs Abwehr hatte eine Lücke aufgemacht. In der Nachspielzeit wurde aus einer mittelmäßigen Ausgangsposition eine sehr gute. Letzter Angriff, Stefan Lainer bedient Minamino, der Japaner macht das 2:2. Walke sagte: "Wir haben alles rausgeholt, uns selbst belohnt." (red, 15.2.2018)

Fußball-Europa-League, Sechzehntelfinale, Hinspiel:

Real Sociedad – Red Bull Salzburg 2:2 (0:1)
San Sebastian, Estadio Anoeta, 19.970, SR Bobby Madden (SCO).

Tore:
0:1 (27.) Oyarzabal (Eigentor)
1:1 (57.) Odriozola
2:1 (80.) Januzaj
2:2 (93.) Minamino

Real Sociedad: Rulli – Odriozola, Llorente, Moreno (76. Elustondo), Rodrigues – Prieto, Illarramendi, Zubielda, Oyarzabal – Bautista (68. Agirretxe), Juanmi (46. Januzaj)

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho (71. Pongracic), Caleta-Car, Ulmer – Yabo (76. Minamino), Samassekou, Schlager, Haidara – Hwang (46. Gulbrandsen), Dabbur

Gelbe Karten: Rulli, Illarramendi, Moreno, Prieto, Elustondo bzw. Hwang, Ramalho, Haidara, Yabo, Caleta-Car

Rückspiel am 22. Februar (21.05) in Salzburg

Stimmen

Eusebio Sacristan (Trainer Real Sociedad): "Wir haben es verdient, das Spiel zu drehen. Aber als wir alles in unseren Händen hatten, ist es uns entglitten. Das ist sehr schade. Das Gegentor (zum 2:2/Anm.) lässt uns mit bitterem Beigeschmack zurück. Wir müssen dort nun gewinnen, mit dieser Mentalität werden wir antreten."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Wir wussten, dass es hier heute eine schwere Partie wird, wo wir viel investieren müssen, ans Limit gehen müssen, und das haben wir auch gemacht. Wir waren am Anfang nicht mutig genug gegen den Ball. Gegen so einen Gegner muss man mit Überzeugung ins Pressing gehen, das haben wir am Anfang nicht so gut gemacht. Dann sind wir durch einen Standard in Führung gegangen. Die Jungs glauben an sich, sie wollen hier ein besseres Ergebnis noch haben. Insgesamt finde ich es nicht unverdient, obwohl San Sebastian hinten raus noch einmal Druck gemacht hat. Die Chancen sind relativ ausgeglichen. Wir haben gesehen, dass es eine enge Kiste ist, aber wir wollen diese enge Kiste für uns biegen."

Alexander Walke (Salzburg-Torhüter und -Kapitän): "Wir sind mit dem 1:0 glücklich in Führung gegangen, auch wenn wir die eine oder andere Möglichkeit hatten. Aber man sieht, dass man gegen so eine Mannschaft, die so spielstark ist, alles rausholen muss. Deshalb Riesenkompliment an die Truppe. Sicherlich gibt das Ergebnis Selbstvertrauen. Wir müssen auch ein bisserl aufpassen. Es steht jetzt 2:2. Für uns war es ein erfolgreicher Abend, im Rückspiel müssen wir aber das ein oder andere besser machen. Die Ausgangslage ist ok. Diese Mannschaft ist extrem gefährlich. Es steht 2:2 bei Halbzeit, nicht mehr und nicht weniger."

Andre Ramalho (Salzburg-Verteidiger): "Das war wirklich ein sehr, sehr gutes Ergebnis für uns. Wir haben das ganze Spiel gekämpft. Wir wussten, es wird ein schwieriges Spiel. Wir bekamen leider das 1:1 und 2:1 durch Situationen, die man vermeiden kann. Aber wir haben super gekämpft. Der Ausgleich zeigt, welchen Charakter die Mannschaft hat. Das war wirklich nur das erste Spiel. Es war nur die erste Halbzeit, zuhause sollen wir versuchen, das Spiel zu gewinnen."