Foto: KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI

Salzburg im Achtelfinale gegen Borussia Dortmund

23. Februar 2018, 13:13

Die Auslosung bescherte den Bullen einen attraktives Los – Rose: "Das wird ein Riesenspaß" – Stöger: "Etwas Besonderes für mich"

Salzburg/Nyon – Marco Rose und sein Team haben sich im Retourspiel des Europa-League-Sechzehntelfinales hoch belohnt. Die zwei starken Mannschaftsleistungen bringen die roten Bullen – die international FC Salzburg zu heißen haben – in eine andere Dimension: an die gelbe Wand, Dortmunds legendäre, steile Fantribüne. Im Achtelfinale trifft man nun auf den BVB Dortmund. Die Borussen haben – mit Müh und Not, aber eben doch – Atalanta Bergamo hinausgeboxt.

Peter Stöger, Dortmunds Ösi-Trainer, trifft nun auf Marco Rose, den Salzburger Piefke. Der freut sich, no na, sehr darauf. "Denn es ist ein cooles Los und eine mächtige Aufgabe, der wir uns sehr gerne stellen. Ich denke schon, dass wir auch da unangenehm sein können. Ich habe schon selbst in Dortmund gespielt – ein unglaubliches Erlebnis."

Auch Stöger freut sich über die "Möglichkeit, als österreichischer Trainer gegen eine österreichische Mannschaft zu spielen. Salzburg hat eine junge, sehr aktive Mannschaft. Wenn es nicht Österreich wäre, würden alle sagen, das ist ein schweres Los."

Salzburg ist aber seit 1816 bei Österreich, und Stöger wird sich bis zum Hinspiel am 8. März den Mund trocken reden, das Unterschätzen möglichst hintanzuhalten. Er tut gut daran.

Denn die Truppe von Marco Rose hat in den beiden Partien gegen Real Sociedad gezeigt, dass sie großen Mannschaften jedenfalls wehtun kann. Physisch stark, technisch gut, mannschaftlich aufeinander geschult, ausgestattet mit scharfen Waffen wie dem Koreaner Hwang Hee-chan (der das Elferfoul zum Siegtreffer erzwungen hat) oder dem Israeli Munas Dabbur (der den schönen Stangler von Stefan Lainer zum 1:0 verwerten konnte).

Die spanische Zeitung El Diario Vasco sah in den Bullen das "kohärentere Team". Das trifft es ganz gut. Es scheint, als sei es Marco Rose tatsächlich gelungen, eine gewisse Verschworenheit auf den Platz zu schicken. Goalie Alexander Walke, der Kapitän, beschreibt diese wie folgt: "Als Mannschaft sind wir ein Mentalitätsmonster."

Das soll so bleiben. Coach Rose: "Das Wichtigste ist, dass wir uns immer wieder daran erinnern, wie wir dorthin gekommen sind. Dafür war viel und harte Arbeit notwendig. Dortmund ist in Deutschland neben Bayern München der Top-Verein mit einer unglaublichen Fanbasis. 85.000 Zuschauer machen schon was her."

Salzburgs Stallbrüder, Rasenball Leipzig, zitterten sich gegen Napoli weiter. Nun wartet Zenit St. Petersburg. Leipzig und Salzburg teilen sich nicht nur den Gönner. Sie sind auch personell stark kommunizierende Gefäße. Unter dem Österreicher Ralph Hasenhüttl machen hier viele Ex-Salzburger gute Figur.

Diese Perspektive kann das Mentalitätsmonster wohl auch aufs täglich Brot downgraden. Am Sonntag geht es für Salzburg in Graz gegen Sturm. Die haben immerhin am 27. August als letzte Mannschaft die Bullen schlagen können.

Beim 1:1 gegen Rapid hat es mit einer defensiven Fünferkette und viel Ballbesitz für den Gegner ganz gut geklappt. Als Vorbereitung auf Dortmund wird Sturm möglicherweise weniger taugen. Aber welcher österreichische Verein würde das schon? (APA, sid, red, 23.2.2018)

Paarungen im Achtelfinale:

Borussia Dortmund (GER) vs. FC Salzburg (AUT)
Lazio Rom (ITA) vs. Dynamo Kiew (UKR)
RB Leipzig (GER) vs. Zenit Sankt Petersburg (RUS)
Atlético Madrid (ESP) vs. Lokomotive Moskau (RUS)
ZSKA Moskau (RUS) vs. Olympique Lyon (FRA)
Olympique Marseille (FRA) vs. Athletic Bilbao (ESP)
Sporting Lissabon (POR) vs. Viktoria Pilsen (CZE)
AC Mailand (ITA) vs. FC Arsenal (ENG)

Die Hinspiele finden am 8. März, die Rückspiele eine Woche später, am 15. März 2018, statt. Der zuerst gezogene Klub erhält im Hinspiel das Heimrecht.

Weitere Termine:

Viertelfinale am 5. bzw. 12. April
Halbfinale am 26. April bzw. 3. Mai
Finale am 16. Mai in Lyon