Antisemitismus-Vorwurf: "SZ" entschuldigt sich für Karikatur

16. Mai 2018, 09:06

Darauf ist Israels Premier Netanjahu in einem Kleid der ESC-Gewinnerin Netta zu sehen, in der Hand hält er eine Rakete mit Davidstern

München – In der "Süddeutschen Zeitung" ist am Dienstag eine Karikatur erschienen, die von manchen Lesern als antisemitisch kritisiert wurde. Israels Premier Benjamin Netanjahu ist darauf in einem Kleid der ESC-Gewinnerin Netta zu sehen, in der Hand hält er eine Rakete mit Davidstern. Auch im Schriftzug des Eurovision Song Contest ist statt des "v" ein Davidstern zu sehen.

Am Mittwoch hat sich Chefredakteur Wolfgang Krach entschuldigt. "Der Karikaturist Dieter Hanitzsch sagt, er habe mit seiner Darstellung lediglich darauf hinweisen wollen, dass das nächste ESC-Finale 2019 in Jerusalem stattfinden soll. Trotz dieser Intention des Karikaturisten kann man die Zeichnung auch anders verstehen und als antisemitisch auffassen. Ihre Veröffentlichung war deshalb ein Fehler, für den wir um Entschuldigung bitten", heißt es in seiner Stellungnahme. In der digitalen Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung" sei die Karikatur mittlerweile entfernt worden, berichtet meedia.de, beim deutschen Presserat gingen dazu mehrere Beschwerden ein. (red, 16.5.2018)