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Merkel deckt Autobauern den Rücken bei Hardware-Nachrüstungen

16. Mai 2018, 10:42

Die deutsche Bundeskanzlerin zeigt sich skeptisch, der Autoindustrie so viel Aufwand zuzumuten

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der Autoindustrie Unterstützung bei den Entwicklungen von Zukunftstechnologien in Aussicht gestellt und sich skeptisch zu teuren Hardware-Nachrüstungen bei Dieselautos gezeigt.

Es stelle sich die Frage, ob es die richtige Beschäftigung für die Automobilindustrie sei, Tausende von Euro und zwei bis drei Jahre Beschäftigung aller Ingenieure in die Hardware-Nachrüstung zu stecken, sagte Merkel am Mittwoch in ihrer Rede zum Haushalt im Bundestag. "Oder müssen wir nicht alle Kräfte zusammennehmen und der Automobilindustrie sagen, Ihr müsst jetzt in die Mobilität der Zukunft investieren – ins autonome Fahren, in alternative Antriebe – und da unterstützen wir Euch dabei."

Innovationen fördern

Merkel warb auch für eine eigene Batteriezellenproduktion in Europa. Notwendig sei eine "strukturierte Förderung". Sie sei dankbar, dass einige in der Automobilindustrie inzwischen umdächten. "Wir werden das unterstützen."

Merkel nannte es "unfassbar", welches Vertrauen die Automobilindustrie im Diesel-Skandal verspielt habe. Die Industrie müsse verloren gegangenes Vertrauen selber wieder gutmachen. Aber es könne auch nicht sein, dass die Politik die Industrie so schwäche, dass sie keine Kraft habe, in die eigentlichen Zukunftstechnologien zu investieren. (Reuters, 16.5.2018)