Foto: Lisbeth Salas

"Der Buchladen der Florence Green": Frische Brisen und gute Bücher

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16. Mai 2018, 16:26

Regisseurin Isabel Coixet erzählt von der Spießigkeit der 1950er-Jahre in der englischen Provinz

"They won't understand it. But understanding makes the mind lazy." Es gibt Filme, denen es gelingt, mit einer einzigen Szene im Gedächtnis zu bleiben.

Das britische Drama Der Buchladen der Florence Green ist ein solcher Film, und die Wirkung dieser Szene verdankt sich dem Besuch besagter Buchhändlerin (Emily Mortimer) bei dem zurückgezogen lebenden Edmund Brundish, ihrem ersten Kunden in jener Kleinstadt, in der sie eben ihren Laden eröffnet hat. Brundish wird von Bill Nighy gespielt, mithin einem der besten seines Fachs.

Wer in Hardborough einen Buchladen eröffnet, sollte mit einheimischem Widerstand rechnen.
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Vordergründig dreht sich The Bookshop um den Kampf zwischen der betulichen Green und ihrer reichen Widersacherin, der bissigen Violet (Patricia Clarkson), die das alte Haus lieber in ein Kunstzentrum für ihren Günstling (er trinkt Kaffee statt Tee!) verwandeln möchte. Doch im Grunde erzählt Regisseurin Isabel Coixet, basierend auf dem Roman Die Buchhandlung von Penelope Fitzgerald, von etwas anderem: von der Spießigkeit der 1950er-Jahre in der englischen Provinz, von schweren Kleidungsstoffen, von Heuchelei und frischen Brisen nicht nur von Meeresseite.

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Green möchte bei ihrem Besuch bei Brundish wissen, ob sie 250 Exemplare des jüngst erschienenen Nabokov-Aufregers Lolita bestellen soll. "It's a good book", meint der Einsiedler, geleitet die Händlerin zu Tür und atmet tief durch. (pek, 16.5.2018)