Foto: Adrian Wyld/The Canadian Press via AP

Makler klagen über schwarze Schafe auf Facebook

16. Mai 2018, 16:42

Analyse des Netzwerks Immobilienring zeigt Intransparenz und Tarnprofile

Die Suche nach einer leistbaren Wohnung ist schwierig – besonders, wenn man sich die Maklerprovision sparen will und auf eine Wohnung von einer Privatperson hofft. Viele suchen danach nicht nur auf Immobilienplattformen, sondern auch auf Facebook, wo sich offene und geschlossene Gruppen dem Thema Wohnungssuche in Wien verschrieben haben.

Hier bieten Private ihre Wohnungen an, aber auch Makler nutzen soziale Netzwerke immer häufiger. Dagegen hat man beim Maklernetzwerk Immobilienring, bei dem rund 60 Kanzleien Mitglied sind, auch nichts einzuwenden. Allerdings sei man bei einer Analyse von Immobilienvermarktungsmethoden in sozialen Netzwerken auch auf Inserate gestoßen, bei denen den Wohnungssuchenden nur vorgegaukelt wurde, dass diese von Privatpersonen stammen, hieß es bei einem Pressegespräch am Mittwoch.

Gewerbliche Inserate

Hinter diversen "Tarnprofilen", wie der Immobilienring diese Nutzer bezeichnet, steckten Makler, die ihren beruflichen Hintergrund verschweigen. Oftmals werden diese Wohnungen mit "sehr privaten Geschichten" angepriesen, so Andrea Baidinger von der Bauen Wohnen Immobilien Kommunikationsberatung, die die Analyse durchführte. "Es stellt sich schon die Frage, warum manche Makler es nötig haben, ihre Profession zu verstecken", sagte Georg Spiegelfeld, Präsident des Immobilienrings.

Inserate von Maklern müssten als gewerbliche Inserate gekennzeichnet sein, auch die Miete und ein anfallendes Honorar transparent ausgewiesen werden, stellte Andreas Gressenbauer, Vizepräsident des Immobilienrings, klar.

Oftmals würden sich die fragwürdigen Makler in einem Graubereich bewegen, so Spiegelfeld. Jene schwarzen Schafe, auf die man bei der Facebook-Analyse stieß, seien zwar nicht kontaktiert worden, so Spiegelfeld. "Aber wir beobachten das." Immobilienring-Mitglieder seien keine dabeigewesen, diese würden in einem solchen Fall einmalig verwarnt.

Wenige Fakeinserate

Sollten Informationen zur anfallenden Provision nicht vorab ausgewiesen werden, dann müssten Mieter diese auch nicht bezahlen, so Spiegelfeld, "da sehe ich vor Gericht keine Chance".

Was die Analyse zeigte: Fakeinserate für Wohnungen, die es gar nicht gibt, und für die Vorauskasse verlangt wird, sind selten. Plattformen wie Twitter, Instagram und Pinterest werden laut Baidinger in Österreich kaum zur Wohnungssuche genutzt. Einzig bei manchen Luxus-Objekten kämen diese Kanäle zum Einsatz. (zof, 16.5.2018)