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Ein Leben im Massentourismus: Ihre Erfahrungen

User-Diskussion
10. Juni 2018, 13:00

Lebt man in der Wiener Innenstadt, in Salzburg, Hallstatt, Venedig oder Barcelona gibt es kaum ein Entkommen vor Reisegruppen, Tagestouristen und Reisebussen. Wie geht es Ihnen damit?

Einmal in Ruhe durchs Grätzel spazieren – für Bewohner der Wiener Inneren Stadt leichter gesagt als getan. Dort eine große Reisegruppe, da ein Tourist, der mitten am Weg zum Fotografieren stehenbleibt. So wird die kleine Besorgung zum Hindernislauf. Den 16.500 Bewohnern stehen im ersten Bezirk rund 125.000 Touristen gegenüber. Und auch das Gesicht des Bezirks hat sich verändert – wo früher geschichtsträchtige, traditionelle Geschäfte waren, befinden sich nun Souvenirshops und Luxusketten.

Doch nicht nur Bewohner der Wiener Innenstadt haben mit dem Andrang zu kämpfen. Auch im schönen Salzburg wird es eng für Anrainer. In der Mozartstadt regt sich Widerstand gegen den Bustourismus – 40.000 Reisebusse sind es pro Jahr, die Salzburg ansteuern und für Verkehrsprobleme, Lärm und Staub sorgen. Dieser User beschreibt im STANDARD die Situation recht drastisch mit den Worten "Die Stadt ist nur mehr für Touristen und nicht mehr für die Einwohner da":

Städtetourismus als Problemfall

Das Problem teilen sich Wien und Salzburg in Europa mit Venedig, Barcelona, Prag oder Dubrovnik, den sogenannten Hochfrequenzzielen des Städtetourismus.

Auch hier werden Wohnungen zu Ferienapartments, Mieten steigen, Menschen strömen dichtgedrängt durch die Straßen, von denen viele keine Rücksicht auf die Einwohner nehmen. In der Arte-Dokumentation "Tourists Go Home! Europas Sehnsuchtsorte in Gefahr" sagt eine Delikatess-Verkäuferin auf dem berühmten La-Boqueria-Markt in Barcelona: "Früher war es normal, da kamen die Leute noch zum Einkaufen her. Aber jetzt ist es wie in einem Zirkus." Andere formulieren ihren Unmut noch deutlicher. "Euer Luxusurlaub ist mein tägliches Elend", hat ein frustrierter Anrainer auf der Mauer des Park Güell geschrieben:

foto: apa/afp/josep lago

Wie geht es Ihnen als Bewohner eines Touristenhotspots?

Welche Einschränkungen bedeutet das für Sie im Alltag? Wie ließe sich die Situation entspannen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen im Forum! (aan, 9.6.2018)