Foto: Regine Hendrich

Roter Postgewerkschafter wegen möglicher Verhetzung angezeigt

11. Juli 2018, 12:53

Die Großdemonstration des ÖGB gegen die Ermöglichung des Zwölfstundentags hat ein rechtliches Nachspiel

Wien – Ein ungewöhnliches Nachspiel hat die Großdemonstration des ÖGB gegen die Ausweitung der Maximalarbeitszeit. Der Vorsitzende der Postgewerkschaft, Helmut Köstinger, hat sich eine Anzeige wegen des Verdachts auf Verhetzung eingehandelt – und das von einem sozialdemokratischen Fraktions-"Freund".

Anlass war Köstingers kurze Ansprache, bei der er zum "Sturz" der Regierung aufrief. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian pfiff den Postgewerkschafter zwar zurück, das reichte Josef Hübner aber nicht.

Schlaflose Nächste wegen Bürgerkriegssorgen

Das ehemalige Vorstandsmitglied der Postgewerkschaft, mittlerweile bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst untergebracht, zeigte Köstinger bei der Staatsanwaltschaft an. In der Anzeige schreibt Hübner von schlaflosen Nächten, die er seit den brutalen Aussagen des Postgewerkschaftschefs habe. Er befürchtet Zustände wie 1934 oder während der RAF-Zeit. Daher sieht er sich zur Anzeige genötigt. (APA, 11.7.2018)