Foto: Reuters / Omar Sanadiki

Syriens Armee verstärkt Offensive gegen Rebellen im Südwesten

11. Juli 2018, 14:01

Angeblich auch geächtete Fassbomben von Hubschraubern aus auf Gebiet im Jarmuk-Becken abgeworfen

Amman/Beirut – Die syrischen Regierungstruppen haben am Mittwoch ihre Offensive gegen die Rebellen im Südwesten verstärkt. Beobachter berichteten, die Soldaten rückten mit Unterstützung der russische Luftwaffe in eine von IS-Verbündeten gehaltene Enklave vor. Die Luftangriffe galten nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte dem Jarmuk-Becken, das zwischen den von Israel besetzten syrischen Golan-Höhen und Jordanien liegt. Dort hat die Chalid-Ibn-al-Walid-Armee, ein Verbündeter des "Islamischen Staates" (IS), die Kontrolle.

Die der Opposition nahestehende Beobachtungsstelle, die in London ansässig ist und sich auf ein Informantennetz in Syrien stützt, teilte mit, die russische Luftwaffe habe erstmals im Bürgerkrieg das Jarmuk-Becken angegriffen. Die Armee von Präsident Bashar al-Assad habe von Hubschraubern aus Fassbomben abgeworfen, Behälter, die mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllt sind. Die Angaben können von außerhalb Syriens nicht unabhängig überprüft werden.

Streben nach Kontrolle

Assad will den Südwesten seines Landes wieder vollständig unter Kontrolle bekommen und hat dazu im Juni eine Offensive gestartet. Seine Armee hat bereits Gebiete in der Provinz Deraa von Rebellen zurückerobert, die der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) angehören. Die anfangs von den USA ausgerüstete FAS im Süden Syriens kämpft sowohl gegen die Regierungstruppen als auch gegen den IS. Die Regierung in Washington erklärte zu Beginn der syrischen Offensive, die Rebellen sollten nicht mit Unterstützung der USA rechnen.

In der gleichnamigen Provinzhauptstadt Deraa haben sich die massiv unter Beschuss genommenen Rebellen in einem Viertel verschanzt. Derzeit wird unter Vermittlung Russlands über ihren Abzug in den Nordwesten Syriens verhandelt. Dort ist Idlib neben Gebieten im Südwesten die einzige Region, die zumindest teilweise noch in der Hand der Rebellen ist. In Deraa fanden 2011 die ersten größeren Proteste gegen Assad statt, die in den Bürgerkrieg mündeten. (Reuters, 11.7.2018)