Foto: Warner Bros.

Anwaltspost von Warner: "Harry Potter"-Festival muss sich umbenennen

12. Juli 2018, 09:42

Alle Referenzen auf den Zauberer und die Filme entfernt – Veranstaltung im dänischen Odense wurde jahrelang gebilligt

Schlechte Nachrichten für Besucher des jährlichen "Harry Potter"-Festivals im dänischen Odense. Die Betreiber der Veranstaltung, die sich um den jungen Zauberer und die von Autorin Joanne K. Rowling erschaffene Welt dreht, haben Post der Anwälte von Rechteinhaber Warner Bros. erhalten.

Die Organisatoren wollen es nicht auf einen Rechtsstreit mit dem milliardenschweren Unterhaltungskonzern ankommen lassen, berichtet Torrentfreak. Der für Mitte Oktober angesetzte Event heißt nun "Magische Tage", die Facebookseite wurde entfernt und neu eingerichtet. die Domain der Website geändert. Die Entscheidung kommt überraschend, da Warner das Non-Profit-Festival in den vergangenen Jahren gebilligt hat.

Nach dem Ersuchen von Warner Bros. musste sich das Festival einen neuen Namen suchen.
foto: magiske dage odense

Existiert seit über zehn Jahren

Wie aus der Stellungnahme der Bibliothek hervorgeht, die die Veranstaltung ins Leben gerufen hat, dürfte diese für Warner zu groß geworden sein, sodass man um eine Gefährdung des Rechts an der eigenen Marke besorgt war. Über zehn Jahre lang waren die Verantwortlichen in Gesprächen mit dem Filmstudio, das die Abhaltung mit "Harry Potter" im Veranstaltungstitel und diversen Medien und Assets aus den Filmen nicht beanstandete.

Allerdings wird der Event mittlerweile nicht mehr nur von ein paar Dutzend Enthusiasten, sondern von tausenden Besuchern frequentiert. "Der Dialog war positiv und wir respektieren die Tatsache, dass das Unternehmen nun schätzt, dass das Festival eine Größe und Reichweite erreicht hat, dass wir ersucht wurden, den Namen zu ändern", so die Betreiber.

Pottermore wollte Wikipedia-Seiten aus Google löschen lassen

Torrentfreak erinnert an andere Fälle, in denen die Rechteinhaber von "Harry Potter" ihre Lizenzen mit teils überschießenden Maßnahmen geschützt haben. So erhielt auch der Betreiber eines kleinen Restaurants einen Anwaltsbrief, weil er eine Halloween-Party unter dem Titel "Harry Potter Night" veranstalten wollte. Diese taufte er schließlich in "Nacht für typische Zauberer" um.

Pottermore, das Unternehmen von Joanne K. Rowling, schickte über eine Partnerfirma gleich 260.000 Löschansuchen an Google wegen mutmaßlichen Urheberrechtsverletzungen – darunter auch für die Wikipediaseite über die Autorin und 19 weitere Einträge in der Online-Enzyklopädie. (red, 12.07.2018)