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Wintergemüse im Hochbeet selbst ziehen

19. September 2018, 11:17

Der typische Schichtenaufbau der Hochbeete erzeugt einen Wärmeeffekt. Optimale Bedingungen für Wintergemüse

Wer sich ein Hochbeet anschaffen will, muss zunächst überlegen: Selber bauen oder kaufen? In Baumärkten oder Gartenfachgeschäften gibt es reichlich Auswahl an fertigen Hochbeeten. Wer dennoch lieber selbst tätig werden möchte, findet im Internet einfache Anleitungen. Das fertige Beet sollte mit einer geeigneten Noppen-Folie ausgelegt werden. Diese schützt die Wände vor zu viel Feuchtigkeit. Dann kann es schon mit dem Einfüllen der verschiedenen Erdschichten losgehen.

Dächer und Vliese schützen Hochbeete zusätzlich vor Kälte.
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Das Hochbeet richtig befüllen

Der Schichtenaufbau ist typisch für Hochbeete. Ganz unten Baum- und Strauchschnitt, als nächstes Grünabfälle, dann Gartenerde und ganz oben Kompost und Blumenerde. In die oberste Schicht werden die ausgewählten Samen und Setzlinge gepflanzt. Diese Schichten sowie die Entfernung zum Boden erzeugen zwar Wärme, sind aber keine Garantie gegen Nässe und Frost. Daher gilt es die Aussaat mit Dächern und Folientunneln vor winterlichen Temperaturen zu schützen. Um den Pflanzen genug Sauerstoff zuzuführen, ist es wichtig, die Abdeckungen zumindest tagsüber an den Kopfseiten offen zu lassen. Alternativ können auch doppelte Vliesauflagen verwendet werden, um die Pflanzen vor dem Erfrieren zu schützen. Dann heißt es warten. Bei der richtigen Pflege wird das Gemüse aus dem eigenen Garten schon bald sprießen!

Kälteresistentes Wintergemüse

Bei der Ernte gilt es den Frost ebenso zu beachten, denn auch das geerntete Gemüse sollte frostfrei sein. Einzig späte Kohlsprossen-Sorten gewinnen durch den Frost, er reduziert den bitteren Geschmack. Das typische Wintergemüse muss aber schon im Mai gepflanzt werden, damit es zwischen November und Februar geerntet werden kann.

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Frostfest: Kohlsprossen
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Auch einige Salate gedeihen bestens bei kalten Temperaturen: Vogerl- und Pflücksalat sowie Spinat sind die idealen Kandidaten für die Herbstaussaat. Kälteunabhängig wächst Vogerlsalat den ganzen Winter hindurch. Er lässt sich im Gegensatz zu den Schnittsalaten jedoch nur einmal ernten. Besonders Babyleaf-Salate, also Salatpflanzen im Jungstadium, eignen sich zum Anbau im Herbst. Sie trotzen der Kälte wesentlich besser als ausgewachsene Pflanzen.

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Babyleafs-Salate gedeihen bei Kälte besser als die ausgewachsenen Pflanzen
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Ebenfalls den nahenden winterlichen Temperaturen trotzend: Lauch und Radieschen. Lauch muss aber schon früh im Jahr angesetzt werden, um im Winter geerntet werden zu können.

Das Hochbeet frühlingsfit machen

Und was dann mit dem Hochbeet? Sollten noch Pflanzen vom Vorjahr stehen, müssen diese abgeerntet werden. Wer sie nicht wegschmeißen will, kann sie auch zerkleinert unter die Erdschichten mischen. Wenn sich das Niveau abgesenkt hat, reicht es das Beet mit Erde aufzufüllen. So entwickeln sich eine feste Bodenstruktur und eine stabile Mikroflora und das Beet kann neu bepflanzt werden.

Wann für die Herbsternte aussähen

  • Kohlsprossen: Aussaat im April und Pflanzung im Mai, Ernte von November bis März
  • Vogerlsalat: Aussaat im September und Pflanzung im Oktober/ November, Ernte im November/ Dezember
  • Spinat: Aussaat im Oktober und Pflanzung im November, Ernte von Jänner bis März
  • Babyleaf-Salate: Aussaat im August und Pflanzung im September, Ernte von November bis Jänner
  • Lauch: Aussaat im Februar und Pflanzung im Mai, Ernte von November bis März
  • Radieschen: Aussaat im September oder Jänner, Ernte im November/ Dezember oder März
  • Asia-Salate: Aussaat und Pflanzung zwischen September und November, Ernte zwischen November und März
  • Rucola: Aussaat und Pflanzung zwischen September und Anfang November, Ernte von November bis März

Buchtipps

Wolfgang Palme: Frisches Gemüse im Winter ernten. Die besten Sorten und einfachsten Methoden für Garten und Balkon. Löwenzahn Studienverlag. € 29,90. (ISBN 978-3-7066-2592-0)

Eliot Coleman: Handbuch Wintergärtnerei. Frisches Biogemüse rund ums Jahr. Löwenzahn Studienverlag. € 24,90. (ISBN 978-3-7066-2565-4)

(lici, 19.9.2018)