Sturm will bei der Admira die Wende schaffen

14. September 2018, 15:24

Der Vizemeister wartet bereits seit vier Ligaspielen auf einen Sieg – Baumeister fordert von seinem Team einen selbstbewussten Auftritt gegen die Grazer

Maria Enzersdorf – Bei Sturm Graz ist in der Ligapause einigermaßen Ruhe eingekehrt. Klappt der Kaltstart des Vizemeisters in die 7. Runde der Fußball-Bundesliga bei der Admira nicht, könnten Unruhe und Unsicherheit aber bald wieder Alltag sein. Nach zuletzt vier sieglosen Ligapartien zählt für den Vizemeister nur ein Sieg. Die Südstädter wähnen sich aber trotz erst vier Punkten im Aufwärtstrend.

Das Heim-1:1 gegen Rapid ließ Sturm-Trainer Heiko Vogel zuletzt durchatmen. In "zwei qualitativ hochwertigen Trainingswochen" will der Deutsche nun Automatismen verinnerlicht haben, mit denen es für seine sechstplatzierte Truppe endlich wieder zu einem Sieg reichen soll. Er hat immerhin die jüngere Bilanz auf seiner Seite. Die Grazer haben drei der vier Saisonduelle im Vorjahr gewannen, das bisher letzte in der Südstadt endete mit einem spektakulären 4:2. Allerdings weilen von den neun Sturm-Torschützen des Vorjahres, die 13 Mal trafen, nur noch Peter Zulj und Fabian Koch beim Club.

Philipp Huspek traf zwar nicht, war aber bereits im Vorjahr dabei und fiel zuletzt gegen Rapid an vorderster Front positiv auf. "Mit ihm war ich sehr zufrieden gegen Rapid, er hat den Elfmeter rausgeholt und hatte dann auch mit einem Stangenschuss Pech", sagte Vogel. "Er hat seine Sache hervorragend gemacht, so wie er im Moment spielt und trainiert, komme ich an ihm nicht vorbei."

Baumeister verteidigt bei Sturm kritisierten Grozurek

Sturm-Angreifer Lukas Grozurek, im Vorjahr noch zehnfacher Torschütze für die Admira, freut sich auf seine Südstadt-Rückkehr. Er könnte am Samstag wieder neben Huspek im Sturm auflaufen. "Ich habe auch bei der Admira ganz vorne gespielt, das ist nichts Neues für mich."

Der dreifache Saisontorschütze wurde zuletzt für seine Schwächen in der Rückwärtsbewegung kritisiert. Admira-Trainer Ernst Baumeister hat dies mitbekommen. "Wenn man Grozurek holt, weiß man, was man bekommt. Wer Grozurek kennt, der weiß, dass seine Stärke nicht die Defensivarbeit ist. Man muss seine Stärken fördern und ihm die Freiheiten geben, dann macht er nach vorne auch sehr viel", sagte sein Ex-Trainer. "Ich glaube aber, dass es gar nicht nur an ihm liegt, sondern sie haben generell auf links Probleme. Bei uns hatte er Scherzer oder Ebner hinter sich, die waren defensiv unglaublich sicher."

"Wir müssen uns noch mehr zutrauen"

Wie Sturm hatte die Admira einen Kaderumbruch zu meistern. "Sie hatten dasselbe Problem wie wir, vielleicht auf höherem Niveau, weil der Erwartungsdruck bei ihnen natürlich größer ist. Aber ein Umbruch dauert eben, ich hoffe, dass er bei ihnen noch ein bisschen anhält", sagte Baumeister.

Wie Vogel fehlten Baumeister in der Pause zahlreiche Teamspieler. "Taktisch konnten wir nichts machen", gestand der Admira-Coach. Die 1:3-Niederlage in Salzburg vor der Länderspielpause hat ihm aber Zuversicht gegeben. "Es wird immer besser. Wir haben bereits sehr gute Phasen, nur sind sie sehr kurz. Wir arbeiten daran, konstanter zu werden."

Gegen die Steirer fordert der 61-Jährige einen selbstbewussten Auftritt ein. "Wir müssen uns noch mehr zutrauen. Ähnlich wie gegen Red Bull, da haben wir eine Stunde lang taktisch sehr gut verteidigt und dann frech nach vorne gespielt. Da haben wir sie in Bedrängnis gemacht. Diesen Mut müssen wir auch gegen Sturm zeigen." (APA, 14.9.2018)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen:

FC Admira – SK Sturm Graz (Maria-Enzersdorf, BSFZ-Arena, 17.00 Uhr, SR Muckenhammer). Saisonergebnisse 2017/18: 2:1 (h), 1:6 (a), 2:4 (h), 0:2 (h)

Admira: Leitner – Zwierschitz, Thoelke, Bauer, Scherzer – Soiri, Toth, Hjulmand, Jakolis – Bakis, Starkl

Ersatz: Kuttin – Aiwu, Vorsager, Maier, L. Malicsek, Sahanek, Schmidt

Es fehlen: Strauss (Kreuzbandriss), Petlach (rekonvaleszent), Kalajdzic (für Matchpraxis bei den Amateuren)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Spendlhofer, Avlonitis, Maresic, Hierländer – Lackner, P. Zulj – Kiteishvili – Huspek, Grozurek

Ersatz: Schützenauer, Ferreira, Obermair, Lovric, Pink, Hosiner, Eze

Es fehlt: Jantscher (nach Syndesmoseband-OP)