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Patent auf Hepatitis-Medikament bleibt – mit Änderungen

14. September 2018, 15:03

43.000 Euro verlangt Gilead für eine Therapie mit Sofosbuvir in Europa. In Ländern ohne Patent kostet die Behandlung nur 52 Euro

Das US-Pharma-Unternehmen Gilead darf sein umstrittenes Patent auf ein Hepatitis-C-Medikament behalten – allerdings mit Änderungen. Das hat das Europäische Patentamt in München entschieden. Die Organisationen "Ärzte ohne Grenzen" und "Ärzte der Welt" scheiterten demnach weitgehend mit ihrem Versuch, das Patent auf den Wirkstoff Sofosbuvir aufheben zu lassen.

Nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" können 90 Prozent der Hepatitis-C-Patienten, die mit Sofosbuvir behandelt werden, in zwölf Wochen geheilt werden. Durch das europäische Patent hat Gilead aber eine Monopolstellung und kann hohe Preise für den Wirkstoff verlangen. Was genau am Patent geändert werden muss, ist zunächst noch unklar.

In Europa wird nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" für eine zwölfwöchige Therapie bis zu 43.000 Euro verlangt. Das Unternehmen selbst spricht von 30.000 Euro für acht Wochen. In Ländern, in denen Sofosbuvir nicht von Patenten geschützt ist, kostet die zwölfwöchige Behandlung dagegen laut "Ärzte ohne Grenzen" nur rund 52 Euro. Nach Angaben eines Sprechers des Patentamtes können die Organisationen Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen. (APA, 14.9.2018)