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Googles Suchmaschine für China soll "Menschenrechte" sperren und User überwachen

15. September 2018, 16:01

Das Projekt "Dragonfly" sorgt weiter für Aufsehen und Protestwellen unter Google-Mitarbeitern

Google gerät für seine Pläne, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen, weiter in die Kritik. Am Freitgabend enthüllte "The Intercept" weitere Details zu "Dragonfly", der für China geplanten Google-Suchmaschine. Sie soll automatisch Suchanfragen nach Begriffen wie "Menschenrechte", "Studentenproteste" oder "Friedensnobelpreis" sperren.

Leichtere Überwachung

Außerdem will Google offenbar direkt Suchanfragen mit der Handynummer des Nutzers abspeichern, sodass Behörden ein einfacher Zugriff auf das Nutzungsverhalten der chinesischen Bürger möglich wäre. Cynthia Wong von Human Rights Watch nannte das "äußerst problematisch", auch wenn eine Überwachung des Nutzungsverhaltens schon bislang in den USA und Europa leicht möglich ist.

Querelen

Das Projekt sorgt intern für Unzufriedenheit, mehrere Google-Mitarbeiter sollen Google sogar verlassen haben. Konzernchef Sundar Pichai erklärte bislang, dass das Projekt "nicht in der nahen Zukunft" umgesetzt werden soll. Es handle sich momentan um ein Experiment. (red, 15.9.2018)