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"Newsweek" porträtiert Kurz und sieht Österreich in dunkle Zeiten abgleiten

19. Oktober 2018, 15:44

Der umfangreiche Text über den Werdegang und die Regierungszeit des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz ist provokativ und fehlerhaft

Das US-Wochenmagazin "Newsweek" widmet die aktuelle Covergeschichte seiner internationalen Ausgabe dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Das Porträtfoto des Kanzlers auf der Titelseite erinnert sehr an Nazi-Ästhetik, der Titel lautet "Austria Rising" (sinngemäß: Österreich erhebt sich).

Die Autorin Elizabeth Schumacher legt im Blattinneren noch nach: "Sebastian Kurz is Remaking Europe's Future From its Darkest Past" (Sebastian Kurz erschafft Europas Zukunft aus seiner dunkelsten Vergangenheit), lautet der Titel der Geschichte, die den Bundeskanzler porträtiert, die Politik der aktuellen ÖVP-FPÖ-Koalition analysiert und immer wieder in Österreichs unaufgearbeitete Nazivergangenheit blickt.

Das aktuelle Cover des Magazins "Newsweek".
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Kurz' Beziehungen zu illiberalen Politikern wie Viktor Orbán und Matteo Salvini werden ebenso thematisiert wie die Flüchtlingspolitik der Regierung und "österreichische Phänomene" wie die umstrittene kroatische Gedenkfeier in Bleiburg. Der Text von Schuhmacher, die für die Deutsche Welle arbeitet, beinhaltet einige Fehler. So wird etwa geschrieben, dass 2015, während der sogenannten "Flüchtlingskrise", das Schließen der Grenze zu Italien zur Debatte stand und Christian Kern damals Bundeskanzler gewesen sei. Das trifft allerdings alles auf 2017 zu. Richtig ist, dass 2015, als Kurz Außenminister war, Werner Faymann Österreich regierte und die Flüchtlinge über die Balkanroute, also vor allem über die Grenze zu Slowenien und Ungarn, nach Österreich kamen. (Olivera Stajić, 19.10.2018)