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In vier von zehn deutschen TV-Sendungen wird getrunken

8. November 2018, 11:39

Eine Studie der Universität Würzburg lässt einen negativen Sozialisierungseffekt auf Jugendliche befürchten – Mehr Alkohol bei den Privaten als bei den Öffentlich-Rechtlichen

Berlin/Würzburg – Hier ein Pils, da ein Sekt – Alkohol ist aus dem deutschen Fernsehen kaum wegzudenken. Das zeigt eine neue Studie im Auftrag der deutschen Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler und des Gesundheitsministeriums. So wird in vielen Sendungen über Alkohol gesprochen, er ist zu sehen oder wird getrunken.

"Da Jugendliche immer noch in einem hohen Maß Fernsehinhalte rezipieren, ist folglich davon auszugehen, dass die Darstellung von Drogen und Süchten im Fernsehen einen negativen Sozialisierungseffekt auf Jugendliche haben kann", heißt es in der Untersuchung von Wissenschaftern der Universität Würzburg. Die Forscher haben für die Studie "Die Darstellung von Drogen und Sucht im deutschen Fernsehen" eine Woche lang das Programm der für deutsche Jugendliche acht wichtigsten deutschen Fernsehsender zwischen 13 und 22 Uhr ausgewertet.

In sechs von zehn Sendungen ist Alkohol sichtbar

Danach ist Alkohol in 35,9 Prozent der Sendungen ein Gesprächsthema. In 61,7 Prozent aller Sendungen ist er in irgendeiner Form sichtbar – im Vordergrund oder im Hintergrund, etwa in einer Bar, in Flaschen oder in Gläsern. Insgesamt ist Alkohol dabei den Daten zufolge in den privaten Sendern stärker präsent als in den öffentlich-rechtlichen. Illegale Drogen sind dagegen selten Thema. Getrunken wird Alkohol in 39,4 Prozent der Sendungen. Dabei stellten die Wissenschafter allerdings fest, dass in vielen Sendungen zwar davon auszugehen sei, dass jemand Alkohol konsumiert, der Moment des Trinkens aber nicht gezeigt wird. Wenn es um Alkohol im Fernsehen geht, dann dreht es sich am häufigsten um Bier, gefolgt von Wein und Sekt. (APA, dpa, 8.11.2018)