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Winterspiele 2026 in Gefahr: "Habe Angst vor neuen Referenden"

8. November 2018, 15:49

IOC-Ehrenmitglied Gian Franco Kasper fürchtet, dass Salt Lake City einspringen muss

IOC-Ehrenmitglied Gian Franco Kasper blickt mit großer Sorge auf das schleppende Bewerberverfahren um die Olympischen Winterspiele 2026. "Ich hoffe, dass wir am Ende noch einen Kandidaten haben", zitierte die Neue Zürcher Zeitung den Schweizer. Laut Kasper erwäge das IOC, mangels Alternativen erneut auf Salt Lake City zurückzugreifen, den Ausrichter von 2002.

Einer möglichen Bewerbung aus Argentinien räumt der Präsident des Ski-Weltverbandes FIS keine Chancen ein. Das dortige Nationale Olympische Komitee erstellt derzeit eine Machbarkeitsstudie für eine Bewerbung mit Buenos Aires und Ushuaia in Feuerland.

"Ich habe vor jedem neuen Referendum Angst", sagte Kasper mit Blick auf die Bürgerbefragung am kommenden Dienstag in Calgary, die über die Fortsetzung der Bewerbung um die Spiele 2026 entscheidet. Calgary, Gastgeber der Winterspiele von 1988, bewirbt sich neben Stockholm und Mailand mit Cortina d'Ampezzo um die Spiele 2026. Auch die Kampagnen aus Schweden und Italien gelten als unsicher. Das IOC, das in den vergangenen Jahren durch Referenden bereits zahlreiche interessierte Bewerberstädte verloren hat, vergibt die Winterspiele 2026 auf der Session in Lausanne im kommenden Juni.

Kasper sagte, er glaube nicht, dass die olympische Bewegung ihren Zenit überschritten habe, er warnte aber: "Die Spiele dürfen nicht immer größer und teurer werden. Das IOC muss sich wieder vom Gigantismus verabschieden." Es gelte, die Zahl der Wettbewerbe einzufrieren. Der 74-jährige Kasper verlor in diesem Jahr aus Altersgründen seinen Status als ordentliches IOC-Mitglied. (sid, 8.11.2018)