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Dreikampf um Salzburger Bürgermeistersessel

8. November 2018, 18:28

Neben ÖVP und SPÖ wollen auch die Grünen mitmischen, Vorbild ist Innsbruck

Salzburg – Am 10. März kommenden Jahres werden in den 119 Salzburger Gemeinden neue Gemeindevertretungen und Bürgermeister gewählt. Das Hauptinteresse gilt dabei natürlich dem Wahlgang in der Landeshauptstadt Salzburg. Hier regiert nach dem Rücktritt von Heinz Schaden (SPÖ) Harald Preuner von der ÖVP. Preuner konnte sich bei der nach Schadens Rücktritt notwendig gewordenen Bürgermeister-Direktwahl Ende 2017 mit rund 300 Stimmen Vorsprung vor Bernhard Auinger (SPÖ) über die Ziellinie retten.

Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 41 Prozent. Seither ist Preuner der erste direkt gewählte schwarze Bürgermeister in der traditionell sozialdemokratisch geführten Stadt Salzburg.

Neuauflage des Duells?

Grundsätzlich wäre im März eine Neuauflage der Paarung Preuner versus Auinger möglich. Beide gehen wieder als Spitzenkandidaten ihrer Parteien und als Bürgermeisterkandidaten bei der Direktwahl ins Rennen. Ob das Duell wirklich Schwarz gegen Rot lauten wird, ist aber nicht sicher.

Obwohl die Parteien ihre Umfragedaten nicht offiziell herausgeben, ist doch durchgesickert, dass die Werte für den amtierenden Bürgermeister Preuner nicht so besonders sind. Vom Bürgermeisterbonus profitiert Preuner kaum, und auch parteiintern ist die Stimmung nicht besonders.

Jüngstes Beispiel: Nachdem Preuner die zur ÖVP übergelaufene Ex-Neos-Stadträtin Barbara Unterkofler als Listenzweite inthronisiert hatte, hat Gemeinderätin Marlene Wörndl frustriert ihren Rückzug von der ÖVP-Liste erklärt. Damit ist der ÖVP eine in der Bevölkerung beliebte Persönlichkeit abhandengekommen.

Chance für Grüne

Aber auch der Sozialdemokrat Auinger hat Imageprobleme. Auinger hängt in den Umfragen vor allem die verlorene Wahl 2017 nach. Dazu kommt die von vielen in der SPÖ als enttäuschend empfundene Performance der Landes- und der Bundespartei.

In die Lücke der schwächelnden Bürgermeisterkandidaten von ÖVP und SPÖ wollen nun die Grünen vorstoßen. Spitzenkandidatin Martina Berthold geht mit dem Anspruch, Bürgermeisterin werden zu wollen, in die Wahl. Die Bekanntheitswerte der ehemaligen Landesrätin lassen aus Sicht der Grünen jedenfalls hoffen.

Vorbild der Grün-Kampagne ist Innsbruck. Hier hat Georg Willi im Frühjahr den Bürgermeistersessel für die Grünen erobert. "Schafft es Berthold in die Stichwahl, dann ist viel möglich", heißt es in den Reihen der Grünen. Berthold wäre nicht nur die erste Grüne, sondern auch die erste Frau an der Spitze der Stadt Salzburg. (Thomas Neuhold, 8.11.2018)