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Schweineskulptur: Jeff Koons in Frankreich wegen Plagiats zu Geldstrafe verurteilt

8. November 2018, 19:17

Ein Gericht entschied, dass der US-Künstler für seine Skulptur "Fait d'hiver" bei einer Werbekampagne der Firma Naf-Naf abkupferte

Paris/Washington – In einem Streit um eine Schweineskulptur ist der US-Künstler Jeff Koons wegen Plagiats zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Paris sah es als erwiesen an, dass Koons für seine Porzellanskulptur "Fait d'hiver" bei einer Werbekampagne des Bekleidungsunternehmes Naf-Naf abgekupfert hatte.

Das Gericht verurteilte Koons, dessen Firma sowie den Ausstellungsort Centre Pompidou zur Zahlung von insgesamt 135.000 Euro Schadenersatz an den Werbemacher Franck Davidovici, der die Kampagne Mitte der 1980er für Naf-Naf konzipiert hatte.

Keine Beschlagnahmung

Koons Firma Jeff Koons LLC muss zudem 11.000 Euro an Davidovici zahlen, weil die Skulptur – ein Schwein neben einer liegenden, halb nackten Frau – auf der Website des Künstlers gezeigt wurde. Der Verlag Flammarion muss seinerseits 2.000 Euro zahlen, weil er das Kunstwerk in einem Buch abgebildet hatte. Die von Davidovici geforderte Beschlagnahmung der Skulptur ordnete das Gericht aber nicht an.

"Fait d'hiver" war erstmals 1988 in einer New Yorker Galerie und anschließend in mehreren Ländern gezeigt worden. Nachdem das Pariser Centre Pompidou die Skulptur 2014 ausgestellt hatte, reichte Davidovici Klage gegen Koons ein. Von der Skulptur gibt es vier Kopien, eine davon brachte bei einer Auktion in New York 4,7 Millionen Dollar (4,09 Millionen Euro) ein.

Es ist nicht das erste Plagiats-Urteil gegen den US-Künstler. Im März 2017 wurde er von einem Pariser Gericht verurteilt, weil er bei seiner Porzellanskulptur "Naked" (Nackt) mit zwei nackten Kindern von einem Werk des Fotografen Jean-Francois Bauret abgekupfert hatte. (APA, 8.11.2018)