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Innsbrucker Forscher finden Ursache für Restless-Legs-Syndrom

5. Dezember 2018, 10:29

Eine durch Eisenmangel bedingte Fehlfunktion der Mitochondrien steht in Zusammenhang mit der neurologischen Schlafstörung

Es kribbelt, sticht oder klopft – mit diesen Adjektiven beschreiben Patienten mit Restless-Legs-Syndrom (RLS) das Gefühl, das sie in ihren Beinen spüren. Ein ständiger Bewegungsdrang ist die Folge. Er raubt ihnen mitunter den Schlaf und mindert so ihre Leistungsfähigkeit. Rund zehn Prozent der Österreicher leiden am RLS.

Die Ursachen des RLS sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Gesichert ist jedoch die zentrale Rolle des Dopaminsystems. Deshalb wird der Nervenbotenstoff Dopamin auch bereits therapeutisch eingesetzt.

Ein Innsbrucker Forscherteam rund um den Internisten Günter Weiss von der Medizinischen Universität konnte nun belegen, dass eine durch Eisenmangel bedingte Fehlfunktion der Mitochondrien (die Energiekraftwerke der Zelle, Anm.) der idiopathischen, also nicht mit anderen Erkrankungen zusammenhängenden Form des RLS zugrunde liegt. Im Schlaflabor der Med-Uni wurde dafür in den Immunzellen von 287 Patienten – darunter 168 RLS-Patienten – die für die Energiegewinnung notwendige Eisenverfügbarkeit untersucht.

Gezieltere Therapie

"Der Vergleich systemischer Eisenmangelparameter wie Ferritin, Eisen oder Hämoglobin zeigte keine Unterschiede zwischen diesen Gruppen. In den Mitochondrien konnten wir jedoch feststellen, dass all jene Gene, die mit dem Eisenstoffwechsel in Zusammenhang stehen, herunterreguliert waren", erklärt Weiss. Die Aktivität der Mitochondrien und deren Energieproduktion waren somit aufgrund des dort herrschenden Eisenmangels beeinträchtigt.

"Eine weitere Erkenntnis unserer Untersuchungen zum Thema Eisenstoffwechsel und Dopamin ist, dass die Verabreichung dopaminerger (Dopamin enthaltend, Anm.) Substanzen die Verfügbarkeit von Eisen in Zellen und damit die Funktion der Mitochondrien und deren Energieproduktion signifikant verbessert", meinte der Erstautor der Studie David Haschka. Mit den neuen Erkenntnissen soll eine gezieltere Therapie von idiopathischen RLS-Patienten ermöglicht werden. Die Studie wurde im Fachjournal "Movement Disorders" veröffentlicht. (APA, 5.12.2018)