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Dornauer und Podgorschek geben Einblick in ihr Wertesystem

Einserkastl |
5. Dezember 2018, 19:35

Wo entsteht der Sexismus oder das demokratische Recht auf Umfärbung

Politiker, die ihr wahres inneres Wertsystem ungecoacht herauslassen, sind selten geworden. Heute widmen wir uns daher solchen echten, NLP-befreiten Typen aus der zweiten Reihe:

Der künftige Chef der SPÖ Tirol, Georg Dornauer, hat sich eine gewisse Berühmtheit erarbeitet, indem er in einer Landtagssitzung sagte, er wolle sich eine Kollegin von den Grünen, die krankgemeldet war, "nicht in der Horizontalen vorstellen". Nach Protesten entschuldigte er sich auch und versprach: "Solche Tonalitäten meinerseits gehören der Vergangenheit an." Dieses Versprechen hielt eine Nanosekunde, denn im nächsten Satz meinte er: "Sexismus entsteht beim Empfänger."

Aus dem Troglodytischen übersetzt heißt das: Selber schuld, Weibersleut', wenn ihr euch über sowas aufregt. Bemerkenswert ist die Ungeniertheit, mit der eine solche Täter-Opfer-Umkehr geäußert wird.

Sehr schön ungeniert ist auch die Antwort des weit rechts stehenden oberösterreichischen Landesrates Elmar Podgorschek (FPÖ), der vor der rechtsextremen AfD die "Austrocknung einer Zelle im Verfassungsschutz" angekündigt hatte. Dazu im Untersuchungsausschuss zur Rede gestellt, sagte er, jede Partei färbe Schlüsselpositionen um: "Dieses demokratische Recht kann uns niemand verwehren." Jawoll, und der Kampf der Freiheitlichen gegen den Postenschacher geht weiter! (Hans Rauscher, 5.12.2018)


Anmerkung der Redaktion:

Georg Dornauer legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht bloß gesagt habe, "Sexismus entsteht beim Empfänger", sondern "Sexismus entsteht auch beim Empfänger". Allerdings stammt erste Version von der APA (nach der Landesparteisitzung vom 3.Dezember) und wurde auch so von den Zeitungen übernommen. Außerdem ist inzwischen einem Mitschnitt des ORF Tirol zu entnehmen, dass Dornauer "Sexismus entsteht immer beim Empfänger" gesagt hat.

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