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Epic Games Store gestartet: Großer Steam-Rivale mit kleiner Zukunft?

12. Dezember 2018, 10:17

Der neue PC-Spiele-Download-Store lockt mit exklusiven Games und fairen Preise, hat aber große Hürden vor sich

Mit dem Epic Games Store ist dieser Tage eine Alternative zur führenden PC-Spiele-Download-Plattform Steam gestartet, die das Potenzial hat, dem Primus ernsthafte Konkurrenz zu machen.

Das Angebot zum Start ist zwar noch übersichtlich und beschränkt sich neben Epics eigenem Shooter-Phänomen Fortnite auf kleinere Produktionen, doch es zeigt sich bereits, das innerhalb der Branche großes Interesse nach einer alternativen Vertriebsplattform besteht. So konnte sich der neue Player zum Start einige exklusive Veröffentlichungen sichern und zumindest ein größerer Titel ist schon von Steam zu Epic abgewandert.

Spiele-Überblick zum Start des Epic Games Store.
epic games

Anreize für PC-Spieler

Konsumenten lockt Epic unter anderem mit Gratisspielen, die im Zwei-Wochen-Rhythmus verschenkt werden – aktuell kann man sich Subnautica umsonst holen – und mit einigen exklusiven Veröffentlichungen. So konnte Epic sich beispielsweise zusätzlich zu den Eigenproduktionen Fortnite und Unreal Tournament den Fabrikbau-Simulator Satisfactory, den Roguelike-Dungeoncrawler Hades, das Action-Rollenspiel Ashen, den Egoshooter Genesis Alpha One, den spirituellen Freelancer-Nachfolger Rebel Galaxy Outlaw oder auch World War Z, das Spiel zum gleichnamigen Zombie-Film, sichern.

Auffallend ist zudem die schöne Präsentation der Inhalte. Die Seiten lassen viel Raum für große Bilder und Videos und unterscheiden sich so klar vom eher verschachtelten Aufbau Steams. Allerdings lässt Epic noch viele beliebte Funktionen wie die Bewertung und Kuratierung von Games vermissen. Und wie gut das ausladende Design des Epic Games Store funktioniert, wenn die virtuellen Ladentheken erst einmal gut befüllt sind, bleibt gewiss auch abzuwarten.

Der größte Vorteil gegenüber Steam bleibt bis auf Weiteres aber die fairere Preisgestaltung gegenüber Entwicklern. Wie berichtet, streicht Epic bei jedem verkauften Spiel eine deutlich kleinere Provision ein als es bei Steam und den bekannten Konsolen- und Mobile-Plattformen der Fall ist. Der Epic Games Store behält nur zwölf Prozent der Einnahmen, 88 Prozent gehen an die Entwickler. Die Konkurrenz veranschlagt bis zu 30 Prozent für sich.

Große Hürden

So gut das auch klingt, ob Epic damit letztendlich einen ebenbürtigen Marktplatz zu Valves Primus Steam aufbauen können wird, hängt allerdings noch von weiteren Faktoren ab. Rund 100 Millionen Spieler nutzen Steam nicht bloß für den Kauf von Games, sondern auch zur Verwaltung und zur Aktualisierung über den Steam Client sowie aufgrund der riesigen Community.

Die künftig größte Herausforderung könnte allerdings der industrieweite Wandel in Richtung Eigenvertrieb darstellen. Wie schon Steam erleben musste, ziehen vor allem die großen Hersteller ihre Blockbuster von unabhängigen Plattformen ab und verkaufen diese exklusiv über die hauseigenen Stores. Die Frage ist, welche Relevanz und Stellung Plattformen wie Steam und nun Epic Games Store in den kommenden Jahren überhaupt noch haben werden. Der Fokus auf Produktionen kleinerer und mittlerer Studios wird ein immer realistischeres Szenario. (red, 12.12.2018)