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Salzburg mit 2:1 bei Celtic in Europa League makellos

13. Dezember 2018, 23:16

Bullen zum dritten Mal in EL-Gruppenphase ohne Niederlage – Dabbur und Gulbrandsen trafen in zweiter Spielhälfte – Celtic nach Leipzig-Remis ebenfalls weiter

Glasgow – Salzburg hat zum dritten Mal in der Klubgeschichte eine makellose Europa-League-Gruppenphase abgeliefert. Mit einem 2:1 (0:0) bei Celtic Glasgow holte Österreichs Meister am Donnerstagabend den sechsten Sieg im sechsten Spiel. Munas Dabbur (67.) und der eingewechselte Fredrik Gulbrandsen (77.) schossen im Celtic Park in der zweiten Spielhälfte den verdienten Sieg heraus.

Auslosung am Montag

Für Dabbur war es der sechste Treffer in der Europa League, für Gulbrandsen der vierte. Olivier Ntcham gelang per Elfmeter-Nachschuss in der Nachspielzeit Resultatskosmetik. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose blieb somit auch im 30. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen. Die Schützenhilfe für RB Leipzig wäre gegeben gewesen, der Schwesterklub patzte jedoch beim 1:1 im Heimspiel gegen Rosenborg Trondheim. So schaffte auch Celtic den Aufstieg. Die Auslosung des Sechzehntelfinales findet am Montag um 13 Uhr in Nyon statt, Salzburg wird als Gruppensieger aus Topf eins gezogen.

Salzburg hatte die Europa-League-Gruppenphase bereits 2009 und 2013 mit sechs Siegen abgeschlossen. Keinem anderen Klub ist es im zweitwichtigsten Europacup öfter als einmal gelungen. Der Erfolg in Schottland war hochverdient. Salzburg begann die Partie eines Favoriten würdig, von einer angezogenen Handbremse war nichts zu sehen.

Schon in der 4. Minute musste sich Celtic-Schlussmann Craig Gordon nach einem Junuzovic-Kopfball gehörig strecken. Jerome Onguene, der in der Innenverteidigung den Vorzug vor Marin Pongracic erhalten hatte, war der Führung dann ebenfalls nahe. Der Kopfball des Franzosen nach einem Eckball schlug via Lattenunterkante knapp vor der Torlinie auf (17.).

Luftduell mit Folgen

Bei Celtic ging der Kapitän früh vom Feld. Mikael Lustig wurde bei einem Luftduell in der Anfangsphase von Stefan Lainers Ellenbogen im Gesicht getroffen und blieb regungslos am Rasen liegen. Die Betreuer reagierten schnell, der Schwede spielte an seinem 32. Geburtstag nach einer Behandlung zwar noch weiter, wurde aber nach 20 Minuten ausgetauscht. Ersatzmann Kristoffer Ajer legte Salzburg die größte Chance der ersten Spielhälfte auf. Sein Rückpass wurde zur idealen Vorlage für Hannes Wolf, der alleine vor Gordon aber am Bein des Torhüters scheiterte (31.).

Celtic war durch Salzburgs frühes Pressing eingeschüchtert. Die Mannschaft von Ex-Liverpool-Coach Brendan Rodgers fand kaum Zeit, eigene Kombinationen zu starten. Erst nach 40 Minuten sorgte ein Querpass von James Forrest für Betrieb im Salzburger Strafraum. Solange die Gäste jedoch nicht vorlegten, musste Celtic auch nicht riskieren. 65 Prozent Ballbesitz, 8:0 Eckbälle und 9:1 Schüsse Richtung Tor zeigten die Vorteile der Salzburger in der ersten Spielhälfte.

Rodgers reagierte und brachte mit Routinier Scott Brown den etatmäßigen Kapitän und Haudegen in die Elf. Der Mittelfeldabräumer holte nach wenigen Minuten gleich einmal Wolf von den Beinen. Celtic präsentierte sich nun mutiger in der Offensive. Mit dem zuletzt starken Ryan Christie musste jedoch ein weiterer Glasgower mit einer Beinverletzung vorzeitig vom Feld.

Geschenk für den Joker

In einer Phase, in der die Partie ausgeglichener schien, schlug Salzburg zu. Lainer flankte zielgenau von rechts, Dabbur hatte Platz, Gordon sah beim Kopfball etwas unglücklich aus. Celtic war nun gefordert, weil Leipzig im Parallelspiel vorgelegt hatte. Salzburg trat aber weiter souverän auf: Dabbur scheiterte aus vier Metern wieder per Kopf an Gordon (72.). Für den Stürmer war kurz darauf Schluss, Gulbrandsen kam für Dabbur ins Spiel. Der Norweger musste dank eines haarsträubenden Patzers von Gordon nicht lange auf ein Erfolgserlebnis warten.

Fredrik Gulbrandsen, Vollstrecker und Luftgitarrenspieler.
foto: reuters/russell cheyne

Der Keeper wollte den Ball schnell wieder auswerfen, Gulbrandsen spritzte aber erfolgreich dazwischen und hatte keine Mühe. Celtic stürmte nun mit dem Mut der Verzweiflung. Die Möglichkeit auf einen Anschlusstreffer ließ Ajer aus, der aus wenigen Metern über das Tor schoss (84.). Jubel kam durch die Kunde aus Leipzig vom Ausgleich dennoch auf. Ntcham verwertete nach einem Foul von Onguene dann noch einen letztlich bedeutungslosen Elfer im zweiten Versuch. (APA, 13.12.2018)

Europa League, Gruppe B, 6. Runde, Donnerstag

Celtic Glasgow – Red Bull Salzburg 1:2 (0:0)
Celtic-Park, 58.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Buquet (FRA)

Tore:
0:1 (67.) Dabbur
0:2 (78.) Gulbrandsen
1:2 (95.) Ntcham (Elfmeter-Nachschuss)

Celtic: Gordon – Lustig (21. Ajer), Benkovic, Simunovic, Tierney – McGregor – Forrest, Rogic, Christie (58. Ntcham), Sinclair (46. Brown) – Edouard

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – Mwepu (80. Leitgeb), Samassekou, Junuzovic – Minamino (74. Gulbrandsen) – Wolf, Dabbur (91. Prevljak)

Gelbe Karten: Benkovic bzw. Onguene, Ramalho

Stimmen:

Brendan Rodgers (Celtic-Trainer): "Salzburg war sehr dynamisch, sehr stark. Wir haben nicht gut gespielt, das ist ganz einfach. Aber wir haben im Verlauf der sechs Spiele gut gespielt. In dieser Gruppe aufzusteigen ist eine fantastische Leistung. Es waren zwei Champions-League-Teams in unserer Gruppe mit Salzburg und Leipzig. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für uns."

Marco Rose (Salzburg-Trainer, via Puls 4): "Bis hierhin war es ein hartes Stück Arbeit, jetzt können wir es einfach genießen. Es ist unglaublich und spricht für die Leistung meiner Mannschaft. Es war ein Spiel in einem fantastischen Stadion, vor einem tollen Publikum, das jede Sekunde nützt, um die Mannschaft nach vorne zu peitschen, aber Respekt zeigt, wenn der Gegner stärker ist. Wir haben wieder, wie so oft in den letzten Monaten, unser Ding durchgezogen, haben attackiert, waren bereit, weite Wege zu gehen, und haben in den richtigen Momenten spielerische Akzente gesetzt. Jetzt haben wir eine perfekte Gruppenphase geschafft, alle freuen sich, ich mich vor allem über die Leistung. Was die Jungs in diesem Kalenderjahr geleistet haben, ist schon außergewöhnlich."

Topfeinteilung für das Europa-League-Sechzehntelfinale

(Auslosung am Montag um 13 Uhr)

Topf eins (Europa-League-Gruppensieger bzw. vier bessere Champions-League-Gruppendritte): Arsenal, Bayer Leverkusen (Dragovic, Baumgartlinger, Özcan), Betis Sevilla, Chelsea, Dinamo Zagreb (Dilaver), Dynamo Kiew, Eintracht Frankfurt (Trainer Hütter), FC Sevilla, Genk, SALZBURG, Villarreal, Zenit St. Petersburg bzw. Benfica Lissabon, Inter Mailand, Napoli, Valencia

Topf zwei (Europa-League-Gruppenzweite bzw. vier schlechtere Champions-League-Gruppendritte): Bate Borissow, Celtic Glasgow, Fenerbahce Istanbul, FK Krasnodar, Lazio Rom, Malmö FF, Olympiakos Piräus, RAPID, Stade Rennes, Sporting Lissabon, Slavia Prag, FC Zürich bzw. Club Brügge, Galatasaray Istanbul, Schachtar Donezk, Viktoria Pilsen

Anmerkung: Klubs können nicht auf Teams treffen, gegen die sie in der Gruppenphase gespielt haben, und auch nicht auf solche aus demselben Land.

Spieltermine sind der 14. und 21. Februar 2019. Das Achtelfinale folgt am 7. und 14. März, das Viertelfinale am 11. und 18. April, das Halbfinale am 2. und 9. Mai. Der Sieger wird am 29. Mai in Baku gekürt.

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