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Aufregung über Hotelier, der mit Kampftechnik-Kurs über den Winter will

18. Dezember 2018, 15:34

Ein Gastronom in der Südsteiermark stößt mit seiner Geschäftsidee auf lokalen Widerstand

Mureck/Graz – Ein südsteirischer Gastronom bietet ab Mittwoch in Kooperation mit der International Security Academy Israel (ISA) Ausbildungen in einer einschlägigen Kampf- und Verteidigungstechnik an. Die geplanten Kurse stoßen allerdings auf kommunaler und regionaler Ebene auf politischen Widerstand.

Während Hotelier Corino Fabiani im Gespräch mit der APA den defensiven Charakter der umstrittenen Technik betonte und als seriös hervorhebt, befürchten Kritiker, dass die Kurse rechtsextreme und gewaltbereite Kundschaft anziehen könnten. Der Murecker Bürgermeister Anton Vukan (SPÖ): "Wir wollen das auf keinen Fall in der Gemeinde."

Vukan will die geplanten Kurse in dem Tourismusbetrieb mit rechtlichen Mitteln bekämpfen. Wegen gesetzlicher Bedenken habe er Polizei und Verfassungsschutz informiert. Außerdem fehle dem Gastwirt die Bewilligung, derartige Kurse in einem Gastronomiebetrieb zu veranstalten.

Der Klubobmann der Grünen im steirischen Landtag, Lambert Schönleitner, hat indes eine schriftliche Anfrage an Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) angekündigt: "In den ISA-Kursen wird Menschen beigebracht zu töten – gearbeitet wird dabei mit brutalen Mitteln der Willensbrechung, Demütigung und Erniedrigung."

Schließung gefordert

Die sofortige Schließung des "Sicherheits-Camps" fordert eine Gruppe verschiedener Organisationen, darunter die Frauen in Schwarz aus Wien und die Steirische Friedensplattform. Diese Gruppe hat zu einer Protestkundgebung vor Fabianis Hotel zur Eröffnung des Camps am Mittwoch (19.12.) aufgerufen.

Die Aktivisten bezeichnen den Gründer der International Security Academy, Mirza David, auf ihrer Homepage und in einem im Raum Mureck verteilten Flugblatt als Offizier des israelischen Geheimdienstes Mossad. In diesem Text ist unter anderem von "Rambotechniken", Schießübungen und Ausnützen unterschwelliger Ängste die Rede.

Fabiani verwahrt sich gegen diese Vorwürfe und betont, die Kampftechnik sei großteils vorbeugend, auf Vermeidung von Gewalt ausgerichtet und beinhalte die gelehrten Selbstverteidigungsmethoden nur als letztes Mittel. Der Grundgedanke sei, den Menschen beizubringen, dass der Griff zur Waffe bedeute, "dass ich vorher etwas falsch gemacht habe".

Kreditschädigung

Die Kritik von Bürgermeister Vukan habe ihn nicht überrascht. Dieser sei "sehr, sehr links". Fabiani wirft dem Bürgermeister überdies Kreditschädigung und antisemitische Haltung vor. Vorwürfe, die Vukan wiederum als völlig gegenstandslos ansieht. Fabiani bestätigte indes, vergangene Woche von Verfassungsschutzbeamten Besuch erhalten zu haben. Diese hätten sich kurz umgesehen und seien "kopfschüttelnd wieder abgezogen".

Fabiani bestätigte eine gewisse Nähe zur FPÖ: Er sei zwar kein Parteimitglied, aber "neutraler" Rechnungsprüfer bei der Ortsgruppe der FPÖ in Mureck. Den angeblichen Mossad-Agenten und ISA-Gründer Mirza David, der bei der Eröffnung der Kurse und einem ebenfalls für Mittwoch geplanten Pressetermin persönlich anwesend sein soll, bezeichnet Fabiani als "Dalai Lama der Sicherheitsbranche" und als eine Art persönlichen Mentor.

Die ersten Wochen der Kurstätigkeit sollen für Sicherheitsbeamte aus verschiedenen Ländern, darunter auch Österreich, vorbehalten sein. Diese würden es vorziehen, anonym zu bleiben, so Fabiani. Danach will sich der Unternehmer verstärkt an private Kundschaft, vor allem an Besitzer legaler Waffen, wenden. (APA, 18.1.2018)